Koalition verliert Parlamentsmehrheit — Kickl allein stärker als alle drei Regierungschefs

Koalition verliert Parlamentsmehrheit — Kickl allein stärker als alle drei Regierungschefs

Die Ampel-Koalition unter Bundeskanzler Christian Stocker hat laut aktueller Lazarsfeld-Umfrage für oe24 keine parlamentarische Mehrheit mehr. Die Wöginger-Affäre, interner Streit und schwindende Zustimmung kosten die Koalition zwölf Mandate — in der Theorie.

Die Zahlen: FPÖ 37, ÖVP 19, SPÖ 19, Grüne 10, NEOS 8

Wie oe24 unter Berufung auf die aktuelle Lazarsfeld-Sonntagsfrage berichtet — durchgeführt mit 2.000 Befragten vom 26. April bis 5. Mai, maximale Schwankungsbreite 2,2 Prozent — ergibt sich folgendes Bild: Die FPÖ kommt auf 37 Prozent (+2 gegenüber der Vorumfrage), ÖVP und SPÖ liegen beide bei 19 Prozent (ÖVP -2, SPÖ -1), die Grünen halten bei 10 Prozent, die NEOS verbessern sich auf 8 Prozent (+1).

In Mandaten übersetzt: Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS käme nur noch auf 90 Sitze — gegenüber den derzeit real 112 Mandaten. Die Mehrheit liegt bei 92 Sitzen. Zwölf Koalitionsabgeordnete müssten im Vergleich zu heute ihre Mandate abgeben. Die FPÖ würde von 57 auf 73 Mandate zulegen — ein Plus von 16 Sitzen.

Kanzlerfrage: Kickl allein stärker als Stocker, Babler und Meinl-Reisinger zusammen

Noch drastischer ist das Bild in der fiktiven Kanzlerfrage. Wie oe24 berichtet, kommt FPÖ-Chef Herbert Kickl auf 33 Prozent — mehr als Bundeskanzler Christian Stocker (12%), Vizekanzler Andreas Babler (9%) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (7%) zusammen. Grünen-Chefin Leonore Gewessler hält ebenfalls bei 7 Prozent. Kickl fehlen damit nur mehr zwei Prozentpunkte, um die Werte aller anderen Parteichefs zu egalisieren.

Wöginger-Schock als Auslöser

Die Umfrage wurde in einem politisch turbulenten Umfeld erhoben. Der nicht rechtskräftige Schuldspruch gegen den früheren ÖVP-Klubobmann August Wöginger wegen Amtsmissbrauchs, sein sofortiger Rücktritt als Klubchef, der eilige Nachfolger Ernst Gödl, dazu das anhaltende Stimmungstief der SPÖ und die öffentlich ausgetragenen Koalitionskonflikte rund um Spritpreisbremse und Budget — all das fällt in den Erhebungszeitraum. Was als Momentaufnahme gilt, lässt die Koalition trotzdem frösteln: Beide einstigen Großparteien ÖVP und SPÖ liegen erstmals gemeinsam unter der 20-Prozent-Marke.

Credits: APA

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