Der Gauder-Fest-Eklat zwischen FPÖ-Abgeordnetem Steiner und Bischof Glettler zieht weitere Kreise. Jetzt hat sich FPÖ-Chef Herbert Kickl persönlich eingeschaltet — und die Diözese hat das Treffen zwischen den beiden bestätigt.
Kickls Kernthese: Wer predigt wie ein Politiker, wird wie ein Politiker behandelt
Am Rande eines Medientermins am Wiener Flughafen nahm Kickl am Donnerstag ausführlich Stellung. Wie nachrichten.at, tirol.ORF.at und die Salzburger Nachrichten übereinstimmend berichten, sagte der FPÖ-Chef: Wenn Kirchenvertreter „parteipolitische Statements abgeben und das noch dazu bei einer Predigt“, dann machten sie sich zu einem „politischen Akteur“. Die logische Konsequenz daraus: „Dann müssen sie sich auch gefallen lassen, dass sie von einem politischen Akteur kritisiert werden.“
Kickl ergänzte grundsätzlicher: „Die Zeiten sind zum Glück lange vorbei, wo man die Kirche nicht kritisieren durfte.“ Er sehe eine „gewisse Abkapselung der Obrigkeit vom Kirchenvolk“ — und erinnerte in diesem Zusammenhang an die Corona-Zeit, als die Kirche aus seiner Sicht eine fragwürdige Rolle gespielt habe: „Ob das eine gute Entwicklung ist für die katholische Kirche, das wage ich zu bezweifeln.“
ÖVP kontra Kickl: „Beschämend“
Aus den eigenen Regierungsreihen kam umgehend Kritik. ÖVP-Mandatar Wolfgang Gerstl erklärte in einer Aussendung, wie tirol.ORF.at berichtet: „Bibelzitate auf Wahlplakate zu drucken, macht noch keine christlich-integre Politik. Es ist beschämend, dass nun sogar FPÖ-Chef Kickl ausreitet, um die mehr als unangemessenen Zwischenrufe des FPÖ-Abgeordneten Steiner während der Predigt zu verteidigen.“ Er verwies darauf, dass die freie Meinungsäußerung ebenso wie das Christentum als Fundament der Kultur Österreichs dazugehöre.
Glettler nimmt Einladung an — Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Die Diözese Innsbruck bestätigte am Donnerstag: Bischof Glettler wird das von Steiner per Social-Media-Video angebotene Gespräch annehmen und „in nächster Zeit ein persönliches Gespräch“ mit dem Nationalratsabgeordneten führen, wie nachrichten.at unter Berufung auf die Diözesse berichtet. Das Treffen sei als „vertraulicher Austausch ohne mediale Begleitung und Berichterstattung“ vorgesehen. Glettler will dabei auch „andere gesellschaftsrelevante Themen“ ansprechen und sein Engagement für sozialen Zusammenhalt betonen.
Die Diözese stellte klar, dass solche Hintergrundgespräche ein „wesentlicher Bestandteil der Arbeit von Bischof Hermann Glettler“ seien — das Treffen also nichts Außergewöhnliches darstelle.
Credits: APA
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