Kickl lobt Ohrfeige als Erziehungsmittel — und löst Empörungswelle aus

Kickl lobt Ohrfeige als Erziehungsmittel — und löst Empörungswelle aus

Ein Satz aus der 1.-Mai-Rede von FPÖ-Chef Herbert Kickl sorgt für heftige Diskussionen. Kickl deutete die körperliche Bestrafung von Schülern als legitimes Erziehungsmittel an — und erntete dafür scharfe Kritik.

Die Aussage: „Hat auch niemandem geschadet“

Beim traditionellen FPÖ-Maiaufmarsch am Linzer Urfahraner Markt sprach Kickl laut oe24 von den „guten alten Zeiten“, die man zu den „guten neuen Zeiten“ machen müsse. In diesem Zusammenhang kam er auf das Verhältnis von Lehrern und Schülern zu sprechen. Damals, so Kickl, seien Lehrer noch „Respektspersonen“ gewesen und hätten „ein bisserl nachgeholfen“, wenn ein Schüler nicht „gespurt“ habe. Mit einer Handbewegung deutete er dabei eine Ohrfeige an. Sein abschließendes Fazit: „Und das hat auch niemandem geschadet, wenn ich es einmal so sagen darf.“

Die betreffende Stelle findet sich in der ORF-Aufzeichnung der Rede bei Minute 1:36:14, wie oe24 festhält.

Empörung in sozialen Medien — aber auch Zuspruch

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. NEOS-Mandatar Helmut Brandstätter zeigte sich auf X fassungslos und warf dem FPÖ-Chef vor, zu Gewalt gegen Kinder aufzurufen: „Herbert Kickl ruft also zu Gewalt gegen Kinder auf? Ernsthaft?“ Andere Nutzer kritisierten, Kickl sei als Parlamentarier durch seine Immunität vor strafrechtlichen Konsequenzen geschützt — und könne deshalb derartige Aussagen ohne Risiko tätigen.

Gleichzeitig gab es in der Kommentarspalte auch Zustimmung: Einige Nutzer werteten die Aussage als berechtigte Kritik an einem als zu lasch empfundenen Erziehungsstil und stellten sie in den Kontext aktueller Justizurteile, die sie als zu milde betrachteten.

Rechtliche Einordnung

Körperliche Züchtigung von Kindern ist in Österreich seit 1989 gesetzlich verboten — sowohl in der Familie als auch in Schulen. Das Recht auf gewaltfreie Erziehung ist in Paragraph 137b des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches verankert. Kickl hat sich zu den Reaktionen auf seine Aussage bislang nicht weiter geäußert.

Credits: APA

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