„Kein Blabla“: Wie unglaubwürdig will sich die SPÖ eigentlich noch machen?

„Kein Blabla“: Wie unglaubwürdig will sich die SPÖ eigentlich noch machen?

Es gibt Momente, in denen man sich fragt, ob die SPÖ heimlich an einer Satire über sich selbst arbeitet. Nach dem grandios gescheiterten Versuch, mit dem YouTube-Kanal „SPÖ Eins“ die Herzen und Klicks der Nation zu erobern – ein Projekt, das mit gerade einmal 3.950 Abonnenten und Videos, die kaum über die Hundert-Aufrufe-Marke hinauskommen, eher an ein Hobby als an eine politische Kommunikationsstrategie erinnert – folgt nun der nächste Akt im Trauerspiel: „Kein BlaBla mit Andi Babler“. Ein Facebook-Format, das so verzweifelt nach Relevanz sucht, dass man fast Mitleid haben könnte. Fast.

Andreas Babler, der selbsternannte Mann des Volkes, will also „Klartext“ sprechen. Offen, ehrlich, humorvoll – so zumindest die Ankündigung. Doch was bekommt man? Einen Politiker, der sich in einem inszenierten Social-Media-Format als Anti-BlaBla-Prophet verkauft, während er sein Publikum auffordert, ihm Themenvorschläge in die Kommentare zu schreiben. „Schreibt mir alles, worauf ich reagieren soll“, heißt es. Das klingt weniger nach politischer Führung und mehr nach einem Influencer, der seine Follower fragt, ob er lieber ein „What’s in my Bag“-Video oder ein Reaction-Video drehen soll.

Der Titel „Kein BlaBla mit Babler“ allein ist schon eine unfreiwillige Einladung zur Häme. Denn wer sich so lautstark gegen „BlaBla“ positioniert, sollte zumindest darauf achten, dass die eigene Inszenierung nicht genau das ist: BlaBla in Reinform. Statt fundierter Analysen oder durchdachter politischer Botschaften gibt es oberflächliche Kommentare, die mehr nach Stammtisch klingen als nach Staatsmann. Babler will Klartext sprechen, doch was bleibt, ist ein schaler Nachgeschmack von Beliebigkeit und Inszenierung.

Die sozialen Medien haben das neue Format bereits mit der Präzision eines Chirurgen seziert. „Das muss doch Satire sein“, schreibt ein User auf X (ehemals Twitter). Ein anderer kommentiert: „Diese Regierung ist ein einziges Blabla.“ Und tatsächlich: Wer sich selbst so offensiv als Anti-BlaBla-Politiker vermarktet, sollte auch liefern. Doch statt Substanz gibt es eine Show, die weder inhaltlich noch ästhetisch überzeugt. Es ist, als hätte die SPÖ beschlossen, ihre eigene Bedeutungslosigkeit in Echtzeit zu dokumentieren.

Besonders pikant ist, dass „Kein BlaBla mit Babler“ nicht nur als missglückter Versuch der Bürgernähe wahrgenommen wird, sondern auch als Ablenkungsmanöver vom „SPÖ Eins“-Debakel. Statt die Probleme des YouTube-Kanals zu analysieren und zu lösen, setzt die Partei auf ein neues Format, das inhaltlich kaum mehr zu bieten hat. Die Strategie dahinter? Offenbar: Hauptsache, man bleibt im Gespräch – egal wie. Doch wer sich nur noch über Peinlichkeiten in den Schlagzeilen hält, sollte sich fragen, ob das wirklich die Art von Aufmerksamkeit ist, die man sich wünscht.

Vielleicht wäre es an der Zeit, dass die SPÖ weniger Energie in schlecht durchdachte Social-Media-Experimente investiert und mehr in echte politische Arbeit. Denn mit jedem weiteren Flop wird eine Frage immer lauter: Wie unglaubwürdig will sich diese Partei eigentlich noch machen? Andreas Babler mag sich als Stimme des Volkes inszenieren, doch wenn diese Stimme nur heiße Luft produziert, wird sie schnell überhört. Und das ist dann wirklich kein BlaBla – sondern bittere Realität.

Credits: Screenshot FB Andreas Babler

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