Kassenbon als Lottoschein: Bis zu 250.000 Euro mit dem Einkauf gewinnen

Kassenbon als Lottoschein: Bis zu 250.000 Euro mit dem Einkauf gewinnen

Österreich greift zu einer ungewöhnlichen Methode im Kampf gegen Steuerbetrug: Ab Oktober 2026 wird der Kassenbon zur potenziellen Eintrittskarte für das große Geld. Die Regierung will mit einer neuen Beleg-Lotterie die Bürger dazu anspornen, bei jedem Einkauf eine Rechnung zu verlangen und damit der Schattenwirtschaft einen Strich durch die Rechnung zu machen. Am kommenden Mittwoch soll das entsprechende Gesetz im Nationalrat beschlossen werden.

So funktioniert die Jagd nach dem Glücks-Beleg

Das Prinzip ist denkbar einfach und soll, wie unter anderem der Kurier berichtet, die Steuerehrlichkeit auf eine spielerische Art fördern. Jeder, der volljährig ist und seinen Hauptwohnsitz in Österreich hat, kann mitmachen. Die beim Einkauf erhaltenen Belege müssen einen maschinenlesbaren Code enthalten, der dann – beispielsweise über FinanzOnline – beim Finanzministerium eingereicht wird.

Einmal im Monat werden dann aus allen gültigen Einreichungen 100 Gewinner gezogen. Jeder dieser Glückspilze erhält 2.500 Euro direkt auf sein Konto überwiesen. Doch das ist noch nicht alles: Zweimal im Jahr soll es eine Bonusziehung geben. Dabei werden, wie oe24.at meldet, sogar Hauptgewinne von jeweils 250.000 Euro ausgeschüttet. Die Regierung lässt sich das einiges kosten: Pro Jahr sind bis zu vier Millionen Euro für die Gewinnausschüttung budgetiert. Ende 2029 soll die Aktion vorerst wieder auslaufen.

Regierung hofft auf klingelnde Staatskassen

Das Ziel hinter der Lotterie ist klar: Wenn Kunden konsequent einen Beleg verlangen, müssen Unternehmer ihre Umsätze lückenlos in der Registrierkasse erfassen. Dadurch wird es schwieriger, Einnahmen am Finanzamt vorbeizuschleusen. Die Regierung verspricht sich davon erhebliche Mehreinnahmen für den Staat. Gleichzeitig soll der digitale Kassenbon gefördert werden, der ebenfalls ab Oktober 2026 den Papierbeleg ergänzen, aber nicht ersetzen soll, wie vienna.at berichtet.

Kritik und mögliche Schattenseiten

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Experten warnen vor möglichen Risiken. Wie die Presse in einem Gastkommentar ausführt, könnte die Lotterie die sogenannte intrinsische Steuermoral untergraben. Wenn ehrliches Verhalten nur noch mit einem Gewinnspiel in Verbindung gebracht wird, könnte die grundsätzliche Bereitschaft, Steuern zu zahlen, langfristig leiden. Ein weiteres Risiko sehen Ökonomen bei größeren Rechnungsbeträgen. Hier könnten Anreize für Absprachen zwischen Kunden und Unternehmern entstehen, um die Mehrwertsteuer zu umgehen und untereinander aufzuteilen. Ob die positiven Effekte, wie sie in Ländern wie Portugal oder Taiwan beobachtet wurden, auch in Österreich mit seiner bereits relativ hohen Steuerehrlichkeit eintreten, bleibt abzuwarten.

Quellen: oe24.at, diepresse.com, kurier.at, vienna.at
Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x