Klartext von der israelischen Regierung: Der Motorsegler mit Klimaaktivistin Greta Thunberg und elf weiteren Friedensaktivisten darf nicht in die Gewässer vor Gaza einlaufen. Das Schiff „Madleen“, das unter der Flagge des Bündnisses Freedom Flotilla Coalition segelt, war vergangene Woche in Sizilien gestartet – exxtra24 hat berichtet.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz (APA-Bild unten mit Benjamin Netanjahu) erklärte am Sonntag, er habe der Armee den Befehl gegeben, das Schiff unter allen Umständen zu stoppen. „Israel wird es niemandem gestatten, die gesetzlich verhängte Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen“, so Katz. Die Aktion der Aktivistengruppe wertet er als einen „provokativen Versuch“, Israels Sicherheitsinteressen zu untergraben. Greta Thunberg und ihre Mitreisenden bezeichnete er als „linksextreme Aktivisten“, die mit ihrer Fahrt die Blockade gezielt herausforderten.
An die Teilnehmer der Aktion richtete Katz eine klare Botschaft: „Ihr solltet umkehren – ihr werdet Gaza nicht erreichen.“
Freedom Flotilla will humanitäre Hilfe leisten
Die Aktivisten an Bord der Madleen betonen, dass sie keine politischen Absichten verfolgen, sondern ausschließlich humanitäre Hilfe leisten wollen. Laut Angaben der Organisation befinden sich unter anderem Babynahrung, Medikamente und Verbandsmaterial an Bord. Waffen oder andere militärisch nutzbare Güter seien nicht geladen, so das Bündnis.
Neben Greta Thunberg ist auch die deutsche Aktivistin Yasemin Acar an Bord. Die Gruppe kündigte an, am Montag die Küste vor Gaza erreichen zu wollen. Am Sonntag befand sich das Schiff nach eigenen Angaben nördlich der ägyptischen Küste – weniger als 300 Kilometer von seinem Ziel entfernt.
Israel bleibt bei Blockadepolitik – aus Sicherheitsgründen
Die Seeblockade des Gazastreifens wurde 2007 von Israel verhängt, kurz nachdem die radikalislamische Hamas die Kontrolle über das Gebiet übernommen hatte. Die israelische Regierung argumentiert, dass die Blockade notwendig sei, um Waffenlieferungen an die Hamas zu verhindern – eine Position, die international umstritten ist. Mehrere frühere Flottillenversuche wurden von Israel bereits gewaltsam unterbunden, zuletzt 2010 bei der berüchtigten „Mavi Marmara“-Aktion, bei der neun Aktivisten getötet wurden.
Kommunikationsstörungen und mögliche Abfangaktion
Die Aktivisten berichten auf sozialen Medien, insbesondere Instagram, dass sie in den vergangenen Stunden Störungen ihrer Kommunikationssysteme festgestellt hätten – und vermuten gezielte elektronische Interventionen durch israelische Einheiten. Dies nährt die Sorge, dass das Schiff möglicherweise abgefangen oder zur Umkehr gezwungen wird. Israelischen Medien zufolge steht auch die Option im Raum, das Schiff in den Hafen von Aschdod umzuleiten, um die Besatzung dort festzunehmen.
Mit ihrer Fahrt wollen die Aktivisten laut eigenen Aussagen nicht nur Hilfe leisten, sondern auch international auf die dramatische Lage im Gazastreifen aufmerksam machen, wo laut UNO-Angaben über eine Million Menschen von akuter Unterversorgung betroffen sind. Der jüngste Konflikt zwischen Israel und der Hamas hat die Situation zusätzlich verschärft.

Credits: APA
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