Israel fliegt erneut Angriffe im Libanon — fünf Tote trotz Waffenruhe

Israel fliegt erneut Angriffe im Libanon — fünf Tote trotz Waffenruhe

Offiziell gilt ein Waffenstillstand. Faktisch brennt der Südlibanon weiter. Bei israelischen Luftangriffen sind erneut Menschen gestorben — und die Eskalationsspirale dreht sich täglich weiter.

Fünf Tote in wenigen Stunden

Wie orf.at unter Berufung auf die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtet, wurden bei neuen israelischen Luftangriffen im Südlibanon fünf Menschen getötet. Eine Drohne habe in der Nähe der Stadt Nabatiye zwei Menschen getötet. Wenig später seien in der Region Iqlim al-Tuffa früh am Morgen drei weitere Menschen bei einem Angriff ums Leben gekommen. Bereits am Vortag wurden laut orf.at bei israelischen Angriffen im Südlibanon 13 Menschen getötet — insgesamt also 18 Tote innerhalb von 24 Stunden.

Die israelische Armee selbst bestätigte rund 50 Angriffe innerhalb eines einzigen Tages. Ziel sei laut Militär die sogenannte „Terrorinfrastruktur“ im Libanon — darunter Gebäude, die Mitglieder der proiranischen Hisbollah-Miliz für Angriffe auf israelische Soldaten genutzt hätten. Aus dem Südlibanon seien israelische Soldaten von der Hisbollah zudem mit mehreren Raketen beschossen worden.

Waffenruhe auf dem Papier — Krieg in der Realität

Der Kontrast zwischen diplomatischem Anspruch und militärischer Realität ist eklatant. Offiziell gilt zwischen Israel und der Hisbollah eine Waffenruhe — faktisch kommt es laut orf.at täglich zu Angriffen beider Seiten. Israelische Bodentruppen sind weiterhin im Südlibanon aktiv, obwohl der Libanon als Staat selbst keine Konfliktpartei ist.

Den unmittelbaren Hintergrund liefert der Iran-Krieg: Im Zuge der direkten Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran eskalierte auch der Konflikt zwischen Israel und der mit Teheran verbündeten Hisbollah erneut. Die Miliz gilt als verlängerter Arm Irans in der Region — und gerät damit automatisch ins Visier israelischer Militäroperationen, wann immer der Druck auf Teheran steigt.

USA drängen auf direkte Gespräche

Diplomatisch versuchen die Vereinigten Staaten gegenzusteuern. Wie orf.at berichtet, drängen Washington auf direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon auf höchster Ebene. Ob dieser Druck angesichts der täglichen Angriffe Wirkung entfaltet, bleibt offen. Bisher haben weder die israelischen Luftangriffe noch die Hisbollah-Raketen eine nennenswerte Deeskalation erkennen lassen.

Credits: APA

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