Die Ukraine hat ihre Strategie im Krieg gegen Russland längst auf ein neues Feld verlagert: weg von reiner Gebietsverteidigung, hin zu gezielten Langstreckenangriffen auf die russische Energieinfrastruktur. Die Bilanz, die Präsident Wolodymyr Selenskyj nun zieht, ist beachtlich.
Sieben Milliarden Dollar Verlust seit Jahresbeginn
Wie heute.at berichtet, erklärte Selenskyj, die ukrainischen Langstreckensysteme hätten im April „ein neues Niveau“ erreicht. Im Fokus stehen dabei russische Raffinerien und Energieanlagen — darunter die Anlage in Tuapse am Schwarzen Meer, die Ende April nach einem Drohnenangriff in Flammen stand und deren Rauchsäule laut Berichten sogar aus dem Weltall sichtbar war.
Die Schadenssumme, die Selenskyj nennt: Seit Jahresbeginn habe Russland nach vorsichtigen Schätzungen mindestens sieben Milliarden Dollar verloren — durch direkte Schäden an der Ölindustrie, durch Raffinerieausfälle und verzögerte Lieferungen. Die Strategie dahinter ist bewusst gewählt: Nicht einmalige Treffer, sondern wiederholte Angriffe auf dieselben Ziele sollen Anlagen möglichst lange stilllegen und die Produktionskapazitäten dauerhaft einschränken.
Drohnen-Mastermind kündigt nächste Eskalationsstufe an
Selenskyj machte in seiner Erklärung deutlich, dass der Druck weiter steigen soll. „Wir werden die Kapazitäten unserer Langstreckensysteme ausbauen. Entsprechende Entscheidungen werden derzeit vorbereitet“, so der Präsident laut heute.at. Für Russland ist das eine empfindliche Entwicklung: Die Energiebranche ist das Rückgrat des russischen Staatshaushalts. Jeder Ausfall trifft direkt die Kriegsfinanzierung.
Zugleich berichtete heute.at bereits in der Vorwoche unter Berufung auf ukrainische Geheimdienstquellen, dass der Chef der ukrainischen Drohneneinheiten ein „nächstes Ziel“ angekündigt habe — ohne Details zu nennen. Die systematische Zerstörung von Förder-, Verarbeitungs- und Transportinfrastruktur folgt offenbar einem langfristig angelegten Plan.
Selenskyj bedankt sich — und erhöht den Ton gegenüber Putin
In seiner Erklärung lobte Selenskyj ausdrücklich die Streitkräfte, den Militärgeheimdienst HUR sowie den Sicherheitsdienst SBU für die Ergebnisse der April-Operationen. Der Ton gegenüber Russland war dabei unmissverständlich: Die Ukraine werde nicht aufhören, bis Russlands wirtschaftliche Grundlage für die Kriegsführung systematisch geschwächt sei.
Credits: APA
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