Die zweite Runde der Iran-Friedensgespräche in Pakistan sollte den Durchbruch bringen. Doch Trump sagte die US-Delegation kurzfristig ab – und das Ergebnis war paradox: Teheran legte binnen zehn Minuten ein neues Papier vor.
Reise abgesagt, Angebot verbessert
Die Ausgangslage war verfahren. Geplant war laut finanznachrichten.de unter Berufung auf dpa, dass US-Sondergesandter Steve Witkoff gemeinsam mit Jared Kushner nach Islamabad reist, um dort eine zweite Verhandlungsrunde mit dem Iran zu führen. Doch Trump strich die Reise kurzfristig. Seine Begründung: Das von Iran vorgelegte Papier sei „zu schlecht“ gewesen, und die lange Reise lohne sich nicht, nur um sich mit Verhandlern zu treffen, „von denen vorher niemals jemand gehört hat.“
Was dann folgte, überraschte selbst Beobachter. Wie finanznachrichten.de berichtete, sagte Trump: „Interessanterweise erhielten wir, sobald ich ihnen abgesagt hatte, innerhalb von zehn Minuten ein neues Papier, das viel besser war.“ Trump gab sich demonstrativ gelassen – die USA hielten alle Trümpfe in der Hand, betonte er.
Pakistan als Vermittler unter Druck
Islamabad versucht weiterhin, beide Seiten an den Tisch zu bringen. Wie Euronews berichtete, hatte Pakistan auf Bitten von Premierminister Shehbaz Sharif und Feldmarschall Asim Munir Trump dazu gebracht, die Waffenruhe auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Irans Außenminister Abbas Araghchi reiste derweil zunächst nach Oman und sollte danach nach Pakistan zurückkehren, meldete die iranische Staatsagentur IRNA. Ob er dabei direkt mit der US-Seite verhandeln wollte, blieb zunächst offen.
Blockade stranguliert Iran wirtschaftlich
Im Hintergrund setzt die US-Marine den Druck auf Teheran unvermindert fort. Wie CNN berichtete, wurden seit Beginn der Seeblockade bereits 37 Schiffe umgeleitet, drei Schiffe wurden beschlagnahmt. Das US-Finanzministerium hat unter dem Titel „Economic Fury“ 19 weitere Schiffe mit Sanktionen belegt. Trump selbst beziffert Irans tägliche Verluste durch die Blockade auf rund 500 Millionen Dollar. Der Druck zeigt Wirkung: Laut CNN kämpft Iran mit einer drohenden Öllagerkrise sowie steigenden Lebensmittelpreisen und Arbeitslosigkeit.
Kernstreit: Urananreicherung bleibt ungelöst
Der tiefste Graben zwischen Washington und Teheran liegt beim Atomprogramm. Wie das britische House of Commons Library in seiner aktuellen Analyse festhielt, besteht die US-Position auf „null Urananreicherung“ – eine Forderung, die Iran wiederholt abgelehnt hat. Über eine mögliche Zeitbegrenzung des Verbots auf 20 Jahre wird verhandelt, Iran konterte mit fünf Jahren. Irans Außenpolitikchef hat klargestellt, dass angereichertes Uran „unter keinen Umständen irgendwohin transferiert wird.“
Trump drohte am 19. April für den Fall des Scheiterns erneut mit der Zerstörung iranischer Energie-Infrastruktur und Brücken – ein Signal, das die Verhandlungen weiter belastet.
Credits: APA
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