In den festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran kommt offenbar Bewegung. Die iranische Revolutionsgarde stellte erstmals eine sichere Passage der Straße von Hormuz in Aussicht — unter einer Bedingung. Gleichzeitig liegt ein US-Memorandum zur Kriegsbeendigung auf dem Tisch.
Revolutionsgarde macht Angebot — vage, aber historisch
Noch vor wenigen Wochen galt eine freiwillige Öffnung der Straße von Hormuz durch den Iran als ausgeschlossen. Nun hat die Revolutionsgarde laut iranischen Staatsmedien, über die orf.at berichtet, erstmals eine sichere Passage der Meerenge in Aussicht gestellt — allerdings unter einer klaren Bedingung: Die USA müssten ihre militärischen Aktivitäten in der Region einstellen.
Es ist die erste konkrete iranische Reaktion auf Berichte über ein einseitiges US-Memorandum zur Beendigung des Krieges. Pakistanische Vermittler zitierten laut Reuters, man komme einer Einigung näher. Das US-Nachrichtenportal Axios berichtete, Washington warte nun 48 Stunden auf iranische Antworten auf Schlüsselfragen — darunter, laut Axios, auch Zugeständnisse des Iran beim Atomprogramm. Das hatte Teheran bisher kategorisch ausgeschlossen.
Trump: Angebot und Drohung in einem Atemzug
Wie orf.at berichtet, ließ Trump am Mittwoch keine Zweideutigkeit zu. Stimme der Iran zu, ende die US-Militäroperation — und die Straße von Hormuz werde auch von amerikanischer Seite für alle Schiffe freigegeben, inklusive iranischer. Stimme er nicht zu, würden die US-Angriffe mit „viel höherer Intensität“ wieder aufgenommen.
Direkte Gespräche mit dem Iran schloss Trump gleichzeitig aus: Dafür sei es „noch zu früh.“ Sein Instrument bleibt Druck über Dritte — Pakistan als Vermittler, China als möglicher Hebel auf Teheran.
Iran pokert — und spielt auf Zeit
Teheran gibt sich nach außen hin standhaft. Außenminister Abbas Araktschi forderte laut orf.at eine „umfassende Lösung“ und betonte während eines Besuchs in Peking, sein Land werde „alles daransetzen, um unsere legitimen Rechte und Interessen zu schützen.“ Iranische Staatsmedien interpretierten die Aussetzung von „Projekt Freiheit“ als Rückzug der USA — gleichzeitig hieß es, man „evaluiere“ das US-Angebot.
China positioniert sich dabei als stiller Dritter: Außenminister Wang Yi betonte laut chinesischem Außenministerium, die Kämpfe müssten gestoppt werden. Araktschi nannte China einen „engen Freund“ — was Pekings Rolle als indirekter Verhandlungspartner unterstreicht.
Warum beide Seiten unter Druck stehen
Die Verhandlungsdynamik erklärt sich aus der beiderseitigen Erschöpfung. Wie orf.at festhält, haben US- und israelische Angriffe die iranische Infrastruktur massiv beschädigt — die Wirtschaft steht vor dem Abgrund. Auf der anderen Seite treiben die explodierenden Energiepreise durch die Hormuz-Blockade auch in den USA die Inflation — ein innenpolitisches Problem, das Trump nicht ignorieren kann. Und die Golfstaaten haben durch iranische Vergeltungsangriffe schwere Schäden an ihrer Raffinerieinfrastruktur erlitten.
Die New York Times kommentierte laut orf.at nüchtern: Trump suche die „magische Formel“ für ein Kriegsende — seine Hoffnung auf einen raschen Regimewechsel im Iran habe sich zerschlagen. Der Iran wiederum wolle nicht ohne gesichtswahrende Lösung aus dem Konflikt gehen. Ein Deal ist möglich. Aber er ist noch nicht da.
Credits: Wikipedia
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