Historische Niederlage: Frederiksen tritt zurück – will aber Regierungschefin bleiben

Historische Niederlage: Frederiksen tritt zurück – will aber Regierungschefin bleiben

Dänemark hat gewählt und die Sozialdemokraten abgestraft. Mette Frederiksen reichte den Rücktritt ein – doch geht will sie keineswegs.

Das Ergebnis: Schlechtestes Resultat seit 123 Jahren

Die Parlamentswahl in Dänemark vom 24. März 2026 hat ein historisches Ergebnis geliefert – im negativen Sinne. Wie die Junge Welt und die Aachener Zeitung berichten, erzielten Frederiksens Sozialdemokraten mit 21,9 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit 1903. Das entspricht einem Minus von rund sechs Prozentpunkten gegenüber der vorherigen Wahl. Wie Wikipedia in seinem Artikel zur Folketingswahl 2026 festhält, büßte die Drei-Parteien-Koalition aus Sozialdemokraten, der rechtsliberalen Venstre und den Moderaten insgesamt 19 Mandate ein – die schwerste gemeinsame Niederlage einer dänischen Regierung seit 1973.

Wie die Aachener Zeitung berichtet, fuhr auch die Venstre von Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen mit 10,1 Prozent das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ein.

Rücktritt – aber nur pro forma

Noch am Mittwochmorgen nach der Wahl reichte Frederiksen den formellen Rücktritt ihrer Regierung bei König Frederik X. ein – wie das dänische Königshaus offiziell mitteilte. Wie nau.ch unter Berufung auf Reuters berichtet, bleibt sie aber bis zur Bildung einer neuen Regierung vorerst geschäftsführend im Amt und gilt weiterhin als eine der denkbaren Kandidatinnen für das Amt der Ministerpräsidentin.

Frederiksen selbst räumte ein, die Regierung sei „gelinde gesagt“ nie beliebt gewesen. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, haben ihr viele Dänen bis heute nicht verziehen, dass sie einen Feiertag abschaffte, um die militärische Aufrüstung zu finanzieren. Sie zeigte sich trotzdem kämpferisch: „Unsere Welt verändert sich in einem Tempo und mit einer Macht, wie wir es in unserer Lebzeit nicht gesehen haben“, sagte sie dem Sender DR – und erklärte, sie wolle erneut eine breite Koalition bilden.

Fragile Mehrheitsverhältnisse, ein Königsmacher

Das Ergebnis hinterlässt ein stark fragmentiertes Parlament: Wie Wikipedia festhält, zogen erstmals seit Einführung der Zwei-Prozent-Sperrklausel 1953 alle zwölf Parteien auf dem Stimmzettel ins Folketing ein. Wie Weltwoche und Wirtschaftswoche berichten, kommt der rote Block auf 84 Sitze, der bürgerlich-konservative blaue Block auf 77 – beide weit entfernt von der absoluten Mehrheit von 90 Mandaten.

Dazwischen stehen die Moderaten von Außenminister Lars Løkke Rasmussen mit 14 Sitzen in einer klassischen Königsmacherrolle. Wie der Politikwissenschaftler Rune Stubager von der Universität Aarhus gegenüber der Wirtschaftswoche sagte: „Es gibt nur einen richtigen Sieger bei dieser Wahl: die Moderaten. Sie sind in der Position, in der sie sich wohlfühlen: der des Königsmachers.“

Gewinner: Linke und Rechtspopulisten

Während Frederiksens Mitte-Koalition abstürzte, profitierten die politischen Ränder. Wie die Junge Freiheit berichtet, wurde die sozialistische Volkspartei (SF) mit 11,6 Prozent erstmals zweitstärkste Kraft im Folketing. Gleichzeitig feierte die Dänische Volkspartei ein Comeback: Nach einem historischen Tief von 2,6 Prozent im Jahr 2022 schaffte sie laut Junge Freiheit nun 9,1 Prozent – mehr als eine Verdreifachung.

König Frederik entscheidet den nächsten Schritt

Wie nun weitergeht, liegt in den Händen von König Frederik X. Im Rahmen der sogenannten „Königsrunde“ empfängt er alle Parteichefs und entscheidet auf dieser Grundlage, wer zuerst mit Sondierungen beauftragt wird. Für Frederik X. ist es die erste Königsrunde seit seiner Thronübernahme im Januar 2024. Ob er Frederiksen erneut das Vertrauen ausspricht oder einen anderen Weg einschlägt, ist offen.


Quellen:

  • Weltwoche – Nach Wahlniederlage: Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen tritt zurück (25.03.2026)
  • Aachener Zeitung / Wirtschaftswoche / Watson – Machtpoker in Dänemark: Findet Frederiksen neue Verbündete? (25.03.2026)
  • Junge Welt – Parlamentswahlen in Dänemark: Frederiksen wird abgestraft (26.03.2026)
  • Junge Freiheit – Dänemarks Rechte setzt Frederiksen unter Druck (25.03.2026)
  • nau.ch – Dänemark: Mette Frederiksen reicht nach Wahlschlappe Rücktritt ein (25.03.2026)
  • Wikipedia – Folketingswahl 2026
  • Tichys Einblick – Dänemark-Wahl 2026: Ministerpräsidentin Mette Frederiksen tritt nach Verlust der Mehrheit zurück (26.03.2026)

Credits: APA

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