Fast niemand will zurück: Ukrainer integrieren sich besser als erwartetr ist der Artikel:

Fast niemand will zurück: Ukrainer integrieren sich besser als erwartetr ist der Artikel:

Mehr als 60 Prozent der ukrainischen Kriegsflüchtlinge in Österreich wollen dauerhaft bleiben. Nur zwei Prozent planen eine baldige Rückkehr in die Heimat. Das zeigen aktuelle Zahlen des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), die Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz präsentierte.

Sprache als Schlüssel

Besonders auffällig: der Hunger nach Deutschkenntnissen. Wie ÖIF-Direktor Franz Wolf berichtet, wurden im vergangenen Jahr 23.000 Kursplätze an ukrainische Vertriebene vergeben – damit stellen sie erstmals die größte Gruppe unter allen Kursteilnehmern. Und es bleibt nicht beim Basis-Niveau: Bei den Fortgeschrittenen-Kursen auf dem anspruchsvollen Sprachlevel B2 belegen Ukrainer sechs von zehn Plätzen, auf dem nahezu muttersprachlichen Level C1 sogar acht von zehn. Laut Wolf zeigen Befragungen außerdem, dass die persönliche Zufriedenheit und Lebensqualität direkt mit den erworbenen Sprachkenntnissen steigt.

Arbeitsmarkt: Vom Rand zur Mitte

Der Anstieg am Arbeitsmarkt ist beachtlich. Waren 2022 noch rund 10.000 Ukrainer monatlich erwerbstätig, stieg diese Zahl bis 2025 auf 25.000 – eine Verdreifachung in drei Jahren. Insgesamt leben derzeit gut 94.000 ukrainische Staatsangehörige in Österreich, die überwiegende Mehrheit davon als Folge des russischen Angriffskriegs. Mehr als 60 Prozent sind weiblich, ein Drittel unter 20 Jahre alt. Rund die Hälfte der Personen im erwerbsfähigen Alter ist laut ÖIF bereits am Arbeitsmarkt aktiv, neun von zehn Arbeitssuchenden beim AMS vorgemerkt.

Dass es bei der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse – der sogenannten Nostrifizierung – noch Luft nach oben gibt, räumte Bauer offen ein. Hier seien weitere Anstrengungen nötig.

Familienbeihilfe bleibt an Arbeit geknüpft

Keine Änderungen plant die Ministerin bei der Familienbeihilfe: Seit November ist sie – mit Ausnahmen für Minderjährige und Senioren – an eine Erwerbstätigkeit oder AMS-Vormerkung gebunden. Diese Regelung habe sich laut Bauer bewährt.

Bleiben oder zurückkehren?

Eine direkte Einladung, dauerhaft in Österreich zu bleiben, wollte Bauer dennoch nicht aussprechen. Die Antwort sei zweischneidig: Österreich brauche gut integrierte Arbeitskräfte – aber auch die Ukraine werde nach dem Ende des Krieges dringend Fachkräfte für den Wiederaufbau benötigen.


Quellen: oe24.at (19.02.2026); Österreichischer Integrationsfonds (ÖIF); Pressekonferenz Integrationsministerin Claudia Bauer, 19. Februar 2026
Credits: APA

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