„Größte WKO-Reform aller Zeiten“: SPÖ bläst zum Angriff!

„Größte WKO-Reform aller Zeiten“: SPÖ bläst zum Angriff!

Wien – Bernd Hinteregger, der neue Chef des SPÖ-Wirtschaftsverbands (SWV), fordert nichts Geringeres als die „größte und umfassendste WKO-Reform aller Zeiten“. Nach dem Rücktritt von Harald Mahrer als Wirtschaftskammerpräsident sieht Hinteregger die Zeit für einen radikalen Neustart gekommen.

„Die Strukturen der Wirtschaftskammer müssen modernisiert werden – von oben bis unten“, erklärte Hinteregger im Gespräch mit der APA. Dabei gehe es nicht nur um kosmetische Änderungen, sondern um eine echte Neuausrichtung, die vor allem Klein- und Mittelbetriebe (KMU) sowie Ein-Personen-Unternehmen (EPU) stärken soll.

Pflichtmitgliedschaft bleibt – aber mit Reformen

Ein zentraler Punkt in Hintereggers Forderungskatalog: Die Pflichtmitgliedschaft in der WKO soll bleiben. „Das System hat sich bewährt“, so der SWV-Chef. Doch um das Vertrauen der Unternehmer zurückzugewinnen, müsse die Kammerumlage gedeckelt und ein Teil der Rücklagen für den Wirtschaftsaufschwung genutzt werden. „Es braucht einen echten Mehrwert für alle Unternehmer in Österreich“, betonte er.

Wahlrechtsreform und finanzielle Entlastung

Hinteregger will auch die Wahlbeteiligung in der WKO erhöhen, die zuletzt bei mageren 26,5 Prozent lag. Sein Rezept: Digitale Stimmabgabe, automatische Wahlkarten-Zusendung und erweiterte Wahltage. Zudem schlägt er eine Deckelung der Kammerumlagen vor – maximal 49 Euro pro Jahr in den ersten zwei Jahren nach Gründung, danach höchstens 99 Euro.

Kritik an Großkonzernen und Plattformen

Der SWV-Chef nimmt auch internationale Konzerne ins Visier. Unternehmen wie Amazon oder Meta, die in Österreich hohe Gewinne erzielen, aber kaum Abgaben zahlen, sollen stärker in die Pflicht genommen werden. Auch Influencer und Plattformunternehmen wie Temu stehen auf seiner Liste. „Hier muss genau hingeschaut werden“, fordert Hinteregger.

Vermögensteuer? Nein, danke!

Während die SPÖ traditionell für eine Vermögensteuer eintritt, sieht Hinteregger das kritisch. „Eine Substanzbesteuerung ist für mich kein Thema“, erklärte er. Anders bei der Erbschaftssteuer: Diese könnte zweckgebunden für einen Start-up- oder Wirtschafts-Beteiligungsfonds eingesetzt werden. „Bei Großkonzernen wie Mateschitz oder Swarovski wäre das machbar“, so Hinteregger.

Quelle: APA, oe24

Credits: APA

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