Gesundheitspakt: Österreichs Gesundheitswesen wird digitalisiert

Gesundheitspakt: Österreichs Gesundheitswesen wird digitalisiert

Die Zukunft des österreichischen Gesundheitssystems wird digital – und das schneller, als viele erwartet haben. Der Dachverband der Sozialversicherungsträger und die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) haben sich auf eine umfassende „Zukunftsvereinbarung e-Health“ geeinigt, die bis 2030 zahlreiche Neuerungen bringen soll. Von der e-Zuweisung über die e-Verordnung bis hin zum e-Terminservice: Papierkram soll bald der Vergangenheit angehören.

Ein Pakt für die Zukunft

Wie die Salzburger Nachrichten berichten, wurde der Pakt am Donnerstag präsentiert. Claudia Neumayer-Stickler, Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger, sprach von einem „entscheidenden Schritt für eine moderne Gesundheitsversorgung“. Auch Edgar Wutscher, Vizepräsident der Ärztekammer, zeigte sich zufrieden: „Es ist gelungen, miteinander zu reden, anstatt sich über die Medien Grauslichkeiten auszurichten.“

Was kommt auf uns zu?

Die Vereinbarung sieht vor, dass die e-Zuweisung, die bereits teilweise funktioniert, ab 2027 verpflichtend wird. Untersuchungen wie CTs oder Röntgen sollen dann nur noch digital zugewiesen werden. Auch die e-Verordnung, die Verschreibungen digitalisiert, steht in den Startlöchern. Ein Pilotprojekt in der Steiermark läuft bereits, und 2027 soll das System österreichweit verfügbar sein.

Ein weiteres Highlight: Das geplante e-Terminservice. Patienten sollen künftig online oder per App Termine bei Ärzten buchen können. „Wir sagen der Zettelwirtschaft den Kampf an“, betonte Peter McDonald, stellvertretender Vorsitzender der Sozialversicherungsträger.

Kritik und Herausforderungen

Nicht alle sind restlos begeistert. Grünen-Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner lobte zwar die Richtung, kritisierte jedoch die Grenze von 300 Patienten bei Wahlärzten als „sachlich nicht begründbar“. Auch bei der Diagnosecodierung gibt es noch Baustellen. Laut Wutscher gibt es bei der Software „noch einige Mängel“, die bis Sommer behoben werden sollen.

Quellen: oe24.at, Salzburger Nachrichten, APA

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