„Geht es noch primitiver?“ – Kickl attackiert Wöginger nach Zähne-Eklat

„Geht es noch primitiver?“ – Kickl attackiert Wöginger nach Zähne-Eklat

Die erste Nationalratssitzung des Jahres 2026 begann mit einem handfesten Eklat. ÖVP-Klubchef August Wöginger beleidigte FPÖ-Anhänger während der Aktuellen Stunde zur Teuerung am Mittwoch und sprach von „Fahnenschwingern“ ohne Zähne und mit zerrissenen Hosen. FPÖ-Chef Herbert Kickl reagierte empört: „Geht es noch primitiver?“

Entlastungsrechnung eskaliert zur Beleidigung

Wöginger wollte in seiner Rede die Regierungsmaßnahmen gegen die Teuerung verteidigen. Er zeigte ein Taferl mit der ÖVP-Entlastungsrechnung: Laut dieser spare sich ein arbeitender Haushalt 952 Euro im Jahr, wie oe24.at berichtet. „Insgesamt kommen wir hier auf einen knappen Tausender“, so Wöginger.

Im Oberösterreich-Dialekt legte der Klubchef nach: „Und jetzt können Sie sagen, des ist uns alles Wurscht. Ich weiß ned, ob eure Fahnenschwinger do beim Neujahrsempfang, ob de des Wurscht is, obs 1.000 Euro mehr hobn oder ned“, wie oe24.at seine Aussage zitiert. Gemeint waren Teilnehmer des FPÖ-Neujahrsempfangs in Klagenfurt, wie die Junge Freiheit berichtet.

„Keine Zähne und zerrissene Hose“

Als aus den Reihen der FPÖ Zwischenrufe kamen, eskalierte Wöginger: „Jo, de hobn ned amoi Zähne und a zrissene Hose, das sind eure Fahnenschwinger“, wie oe24.at berichtet. Die Bemerkung sorgte für sichtbare Unruhe unter den freiheitlichen Abgeordneten, wie VOL.AT berichtet. Die Sitzung wurde zeitweise unterbrochen.

Noch während seiner Rede dämmerte Wöginger offenbar, dass er zu weit gegangen war, wie exxpress.at berichtet. Am Ende seiner Wortmeldung ruderte er zurück: „Ich nehme diesen Ausdruck zurück, den ich getätigt habe bezüglich eurer Leute, die in den ersten Reihen sitzen bei den Veranstaltungen. Das tut mir leid, das nehme ich zurück“, wie oe24.at seine Entschuldigung zitiert.

Kickl: „Völlig abgehoben und beleidigend“

FPÖ-Chef Herbert Kickl reagierte scharf auf den Vorfall. Auf Facebook schrieb er von einer „Total-Entgleisung“ des ÖVP-Klubchefs, wie oe24.at berichtet. „Geht es noch primitiver? Dieser ÖVP-Bonze spürt sich offenbar überhaupt nicht mehr. Völlig abgehoben und zutiefst beleidigend!“, so Kickl.

Die Aussagen richteten sich laut Kickl nicht nur gegen FPÖ-Anhänger, sondern gegen viele Bürger, die sich von der Politik nicht mehr vertreten fühlten, wie die Junge Freiheit berichtet. Die Wortmeldung sei Ausdruck einer wachsenden Nervosität der ÖVP angesichts der politischen Stimmung im Land.

FPÖ fordert Rücktritt

Auch FPÖ-Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch meldete sich zu Wort. Wöginger sei „reif für den Rücktritt“, erklärte sie laut Junger Freiheit. Der Zwischenfall ereignete sich in einer Phase, in der die FPÖ in Umfragen den anderen Parteien immer weiter davonzieht.

Kontext: Debatte über Teuerung

Die Attacke erfolgte während der Debatte über Anti-Teuerungs-Maßnahmen. Wöginger hatte der FPÖ vorgeworfen, grundsätzlich jede Regierungsmaßnahme zu kritisieren – selbst solche, die Entlastung bringen oder in der Vergangenheit von den Freiheitlichen selbst gefordert worden seien, wie exxpress.at berichtet.

Die Regierung verspricht laut ÖVP-Angaben, dass bis Ende 2026 Entlastungen von rund 1,4 Milliarden Euro bei den Bürgern ankommen sollen. Arbeitende Haushalte könnten bis zu 952 Euro pro Jahr sparen, wobei Sparmaßnahmen laut oe24.at nicht mitgerechnet sind.

Credits: APA

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