In Italien brodelt es gewaltig hinter den Kulissen der Macht. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sieht sich offenbar mit finsteren Machenschaften konfrontiert, die direkt auf ihren politischen Sturz abzielen sollen. Wie ein Lauffeuer verbreiten sich derzeit Gerüchte, dass ausgerechnet aus dem direkten Umfeld des Staatspräsidenten Sergio Mattarella an ihrem Stuhl gesägt wird.
Intrige im Herzen der Republik?
Es klingt wie der Stoff für einen politischen Thriller: Ein Abgeordneter von Melonis eigener Partei, den „Fratelli d’Italia“, hat den Stein ins Rollen gebracht und spricht offen von einer Verschwörung. Ziel des angeblichen Geheimplans sei es, die Regierungschefin noch vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit im Jahr 2027 aus dem Amt zu drängen.
Wie oe24.at berichtet, hat die rechte Tageszeitung „La Verità“ diese Vorwürfe als Erste öffentlich gemacht und dabei schweres Geschütz aufgefahren. Laut deren Informationen soll ein Berater von Staatspräsident Mattarella der Drahtzieher dieses Komplotts sein. Besonders pikant: Laut dem Bericht handele es sich dabei um einen ehemaligen sozialdemokratischen Abgeordneten, der nun im Quirinalspalast – dem Amtssitz des Präsidenten – gegen Meloni intrigieren soll.
Nervenkrieg zwischen Regierung und Präsident
Die Reaktion aus dem Präsidentenpalast ließ nicht lange auf sich warten. Das Büro von Sergio Mattarella wies die Anschuldigungen, wie die Salzburger Nachrichten schreiben, als absolut „lächerlich“ zurück. Man zeigte sich dort „erstaunt“ über die wilden Spekulationen, die Galeazzo Bignami, Fraktionschef von Melonis Partei, befeuert hatte. Dieser hatte Mattarella sogar öffentlich aufgefordert, den Bericht von „La Verità“ zu dementieren – ein Affront, der in diplomatischen Kreisen für Kopfschütteln sorgt.
Die Stimmung in Rom ist also mehr als angespannt. Während das Umfeld der Ministerpräsidentin Verrat wittert, schlägt die Opposition zurück. Wie Die Presse ausführt, forderte die Chefin der Sozialdemokraten (PD), Chiara Braga, Meloni dazu auf, sich klar von den Aussagen ihres Fraktionschefs zu distanzieren. Braga warnte davor, dass solche Vorwürfe das „Risiko eines beispiellosen Konflikts“ zwischen den höchsten Staatsorganen bergen würden. Sie sprach sogar von einer gezielten „Schmutzkampagne gegen das Präsidialamt“.
Meloni unter Druck – auch durch die Justiz?
Doch die angeblichen Intrigen aus dem Präsidentenpalast sind nicht die einzige Front, an der Meloni kämpft. Die FAZ beleuchtet einen weiteren Aspekt der Nervosität im Regierungslager: Meloni fühlt sich offenbar auch von der Justiz verfolgt. Sie spekuliere über angebliche Strafermittlungen, die sogar ihre Schwester Arianna betreffen könnten, nur um sie politisch zu beschädigen. Dieser Argwohn gegenüber Staatsorganen scheint mittlerweile tief im Regierungsviertel verwurzelt zu sein.
Trotz der turbulenten Gerüchteküche sitzt Meloni laut aktuellen Umfragen aber noch fest im Sattel. Sie selbst hat bereits angekündigt, bei der nächsten Wahl wieder kandidieren zu wollen, um ihre Macht zu verteidigen.
Quellen: oe24.at, Die Presse, Salzburger Nachrichten, FAZ
Credits: APA
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