Ein Text liegt auf dem Tisch, beide Seiten sprechen von Fortschritten — und trotzdem bleibt unklar, ob der Iran-Deal wirklich kommt. Was bekannt ist, was strittig ist und was das alles bedeutet.
Das Dokument und was es enthält
Wie Axios als erstes berichtete und Time Magazine bestätigte, wird derzeit ein einseitiges, 14-Punkte-Memorandum of Understanding (MOU) zwischen den USA und dem Iran ausgehandelt. Trumps Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner verhandeln sowohl direkt als auch über Vermittler mit mehreren iranischen Vertretern. Der Text soll den Krieg offiziell für beendet erklären und einen 30-tägigen Verhandlungsrahmen für ein detailliertes Abkommen eröffnen — mögliche Orte laut Axios: Islamabad oder Genf.
Die Kernpunkte des Entwurfs laut Axios, Time Magazine und der iranischen Nachrichtenagentur Mehr, die oe24.at zitiert: Iran öffnet die Straße von Hormuz, die USA heben die Seeblockade iranischer Häfen auf, US-Sanktionen auf die iranische Ölindustrie werden aufgehoben, eingefrorene Gelder der Islamischen Republik werden freigegeben. Im Gegenzug soll Iran einem Moratorium auf Urananreicherung zustimmen. Das iranische Raketenprogramm bleibt laut oe24.at ausgeklammert.
Baghaei bestätigt — mit Vorbehalt
Irans Außenamtssprecher Esmail Baghaei sagte laut der staatlichen Agentur IRNA in einem TV-Auftritt am Donnerstagabend, der Text sei „überwiegend finalisiert.“ Gleichzeitig drückte er fehlendes Vertrauen in Washington aus — die US-Seite verändere ihre Positionen immer wieder, sagte er laut oe24.at. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete in der Nacht auf Freitag: Das Abkommen sei bisher nicht endgültig bestätigt.
Warum es komplizierter ist als es klingt
Der Soufan Center warnt in seiner Analyse auf Basis von New York Times-Berichten: Trump habe den MOU-Entwurf zurück an den Iran gesandt und Änderungen verlangt — eine klarere Festlegung auf den Zeitpunkt und Umfang von Irans nuklearen Zugeständnissen sowie eine unmittelbare Öffnung der Straße von Hormuz nach Unterzeichnung. Das Weiße Haus glaubt laut Axios, die iranische Führung sei intern gespalten — ein Konsens über alle Fraktionen hinweg schwer zu erzielen.
Der Hintergrund laut House of Commons Library ist komplex: Der Krieg begann am 28. Februar 2026, als Israel und die USA den Iran angriffen und Obersten Führer Khamenei töteten. Seither wechselten sich Waffenruhen und Eskalationen ab. Trump hatte laut Al Jazeera seit Kriegsbeginn mehrfach Deals angekündigt — keiner wurde bisher unterzeichnet.
Was das für die Welt bedeutet
Durch die Straße von Hormuz fließt täglich rund ein Fünftel des weltweiten Öls, wie die Internationale Energieagentur dokumentiert. Eine dauerhafte Öffnung würde die globalen Energiemärkte sofort entlasten — und die Inflation, die zuletzt in den USA auf 4,2 Prozent gestiegen ist, dämpfen. Ob das MOU tatsächlich unterzeichnet wird und ob ein Deal hält, bleibt offen. US-Beamte blieben laut Axios „skeptisch, dass überhaupt ein erster Deal zustande kommt.“
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