FPÖ allein stärker als die ganze Regierung – zumindest in einer Umfrage

FPÖ allein stärker als die ganze Regierung – zumindest in einer Umfrage

41 Prozent für die FPÖ, 40 Prozent für ÖVP, SPÖ und NEOS zusammen: In der aktuellen Lazarsfeld-Umfrage liegt die Kickl-Partei erstmals vor der gesamten Dreierkoalition. Andere Institute sehen das Kräfteverhältnis allerdings knapper.

Die Zahlen

Für die Erhebung wurden am 5. und 6. Oktober, unmittelbar nach dem SPÖ-Krisengipfel, 1.000 Personen befragt. Die FPÖ kommt auf 41 Prozent, ein Plus von drei Punkten zur Vorwoche und ihr bisher höchster Wert in dieser Reihe. Die ÖVP fällt auf 20 Prozent, die SPÖ auf 14 und die NEOS auf 6 Prozent. Die drei Regierungsparteien erreichen damit zusammen 40 Prozent – laut oe24 so wenig wie noch nie seit ihrem Antritt. Die Grünen kommen auf 12 Prozent und liegen damit innerhalb der Schwankungsbreite gleichauf mit der SPÖ, die KPÖ würde mit 4 Prozent in den Nationalrat einziehen.

Die SPÖ zieht alle mit

Der Absturz geht vor allem auf das Konto der SPÖ, die innerhalb einer Woche drei Punkte verliert. Sie erreicht damit erneut ihren bisherigen Tiefstwert in der Lazarsfeld-Reihe. Aber auch ÖVP und NEOS geben jeweils einen Punkt ab. Mit Finanzminister Markus Marterbauer als Spitzenkandidat käme die SPÖ auf 16 Prozent, bliebe aber hinter der ÖVP (18) auf Platz drei. Die FPÖ käme in diesem Szenario auf 39 Prozent, die Grünen auf 10.

Bei OGM liegt die Koalition noch knapp vorne

Ganz so eindeutig wie bei Lazarsfeld ist das Bild nicht überall. In der OGM-Umfrage für ServusTV, die diese Woche erschien, kommt die FPÖ auf 39 Prozent, die drei Regierungsparteien zusammen auf 40 Prozent – ÖVP 21, SPÖ 12, NEOS 7. Dort liegt die Koalition also noch knapp vor der FPÖ, allerdings ist die SPÖ hinter die Grünen mit 15 Prozent gefallen. Gemeinsam ist beiden Umfragen der Trend: Die FPÖ legt zu, die Koalition verliert, die SPÖ am stärksten.

Politische Folgen

Die FPÖ nutzt die Zahlen für ihren Kurs. Parteichef Herbert Kickl hat für die Nationalratssitzung am 14. oder 15. Oktober einen Misstrauensantrag gegen die gesamte Regierung angekündigt. Eine Mehrheit hat er dafür nicht: ÖVP, SPÖ und NEOS verfügen im Parlament über 109 der 183 Sitze. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) betonte zuletzt, die Regierung habe ihre Legitimation, “solange eine Regierung arbeitsfähig ist, Entscheidungen und Ergebnisse liefert”. Gewählt werde regulär 2029.

Credits: Parlamentsdirektion/​Thomas Topf

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