Fentanyl: Die unsichtbare Gefahr wird von Trump zur Massenvernichtungswaffe erklärt

Fentanyl: Die unsichtbare Gefahr wird von Trump zur Massenvernichtungswaffe erklärt

Mit einem Federstrich hat der US-Präsident das synthetische Opioid Fentanyl offiziell als „Massenvernichtungswaffe“ eingestuft. „Keine Bombe hat eine solche Wirkung“, erklärte Trump bei der Unterzeichnung des Dekrets in Washington. Doch was steckt hinter dieser dramatischen Entscheidung?

Ein Schmerzmittel mit tödlicher Wirkung

Fentanyl, ursprünglich ein hochwirksames Schmerzmittel, ist bis zu 50-mal stärker als Heroin. In der Medizin wird es bei schwersten Schmerzen eingesetzt, doch auf der Straße wird es zur tödlichen Droge. Laut Regierungsangaben sterben jährlich zwischen 200.000 und 300.000 Menschen in den USA an einer Fentanyl-Überdosis. Besonders erschreckend: Schon wenige Milligramm können tödlich sein, wie die „Zeit“ berichtet.

Militär gegen Drogen? Trumps radikale Pläne

Das neue Dekret gibt den US-Behörden weitreichende Befugnisse. So soll geprüft werden, ob das Verteidigungsministerium eingreifen muss – möglicherweise sogar mit militärischen Mitteln. Bereits jetzt führt das US-Militär Operationen gegen mutmaßliche Drogenschmuggler in der Karibik durch. Laut „Politico“ könnte die Einstufung von Fentanyl als Massenvernichtungswaffe auch als rechtliche Grundlage für militärische Aktionen gegen Drogenkartelle in Ländern wie Venezuela dienen.

Die Rolle von China und Mexiko

Ein Großteil des illegalen Fentanyls gelangt über Mexiko in die USA, hergestellt aus Chemikalien, die aus China importiert werden. Trump hat in der Vergangenheit sowohl China als auch Mexiko für die Drogenkrise verantwortlich gemacht. Strafzölle und harte Grenzmaßnahmen sollen den Schmuggel eindämmen. Doch ob diese Maßnahmen ausreichen, bleibt fraglich.

Ein gefährlicher Präzedenzfall?

Die Einstufung von Fentanyl als Massenvernichtungswaffe ist beispiellos. Kritiker ziehen Parallelen zum Irakkrieg, als die USA unter George W. Bush behaupteten, Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen – ein Vorwurf, der sich später als falsch herausstellte. Auch die „Spiegel“ warnt vor den möglichen Konsequenzen dieser Entscheidung.

Ein Land im Griff der Drogenkrise

Die Fentanyl-Krise hat die USA fest im Griff. Es ist die häufigste Todesursache bei Amerikanern zwischen 18 und 44 Jahren. Während Trump die Krise zur Chefsache erklärt hat, bleibt unklar, ob seine Maßnahmen die gewünschte Wirkung zeigen werden.

Quellen: exxpress.at, zeit.de, spiegel.de, politico.com
Credits: APA

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