Ex-Präsident Juschtschenko: Neutralität ist keine Option für die Ukraine

Ex-Präsident Juschtschenko: Neutralität ist keine Option für die Ukraine

Der frühere ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat sich entschieden gegen eine neutrale Zukunft seines Landes ausgesprochen. In einem Interview mit der APA betonte er, dass die pro-europäische und transatlantische Ausrichtung der Ukraine unumkehrbar sei. Er argumentiert, dass Neutralität im Angesicht der russischen Aggression keine realistische oder wünschenswerte Option darstellt.

Transatlantische Ausrichtung als Teil der nationalen Identität

Juschtschenko erklärte, dass ein neutraler Status für die Ukraine vielleicht „irgendwann im 19. oder 20. Jahrhundert eine Möglichkeit gewesen wäre“, heute aber nicht mehr zeitgemäß sei. Er untermauerte seine Aussage mit dem dramatischen Wandel der öffentlichen Meinung. Wie er im APA-Interview ausführte, waren bei seinem Amtsantritt im Jahr 2005 nur sieben Prozent der Ukrainer für einen NATO-Beitritt. Heute liege dieser Wert bei 85 Prozent.

Diese Entwicklung zeige, dass die Orientierung nach Westen mittlerweile ein fester Bestandteil der ukrainischen DNA geworden sei. „Wenn sie unser Blut testen, werden Sie sehen, dass wir europäisch und Pro-NATO sind“, formulierte es der Ex-Präsident bildhaft. Dieser Wandel sei eine direkte Folge der andauernden Bedrohung durch Russland.

Kritik an passiver Haltung im Kampf gegen „das pure Böse“

Obwohl Juschtschenko Verständnis für die historische Neutralität Österreichs äußerte, sieht er im aktuellen Konflikt keinen Platz für eine passive Haltung. Er bezeichnete Russland als „das pure Böse“, das fundamentale westliche Werte wie Menschenrechte, Demokratie und Medienfreiheit bedrohe.

„Dem Bösen passiv gegenüberzustehen ist nicht, wie man sich verhalten sollte“, unterstrich Juschtschenko. Er fügte hinzu, dass es eine moralische Verpflichtung gebe, das Gute zu fördern und das Böse zurückzudrängen oder zu besiegen. Aus seiner Sicht lässt der Kampf zwischen einer Demokratie und einem autoritären Regime keinen Raum für Neutralität. Die Ukraine, so seine Position, verteidigt nicht nur sich selbst, sondern die Werte der gesamten freien Welt.

Credits: APA

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