Eine aktuelle Umfrage von Politico und Public First offenbart ein überraschendes Bild: Donald Trump, einst als Vorbild für viele rechte Bewegungen in Europa gefeiert, verliert zunehmend an Rückhalt – selbst unter den Anhängern rechtspopulistischer Parteien.
Trump verliert an Strahlkraft
Die Umfrage, die über 10.000 Menschen in fünf Ländern befragte, zeigt, dass Trumps Popularität in Europa selbst bei rechten Wählern begrenzt ist. In Frankreich und Deutschland bewerten nur etwa ein Drittel der Anhänger von Marine Le Pens Rassemblement National und der AfD den US-Präsidenten positiv. In Frankreich haben 38 Prozent der Le-Pen-Wähler eine negative Meinung von Trump, während nur 30 Prozent ihn positiv sehen. Ähnlich gespalten ist das Bild bei der AfD, wo 34 Prozent Trump positiv und 33 Prozent negativ bewerten.
In Großbritannien hingegen fällt das Urteil etwas wohlwollender aus: 50 Prozent der Reform-UK-Anhänger sehen Trump positiv. Dennoch bleibt auch hier die Unterstützung hinter den Erwartungen zurück.
Kritik an Trumps Politik
Ein zentraler Kritikpunkt sind Trumps wirtschaftspolitische Maßnahmen, insbesondere seine Zölle auf europäische Produkte. Laut der Umfrage sehen 60 Prozent der französischen Rassemblement-Wähler diese Zölle als schädlich für ihr Land. In Deutschland bewerten zwei Drittel der AfD-Anhänger die Zölle negativ, doch nur ein Drittel spricht sich für Gegenmaßnahmen aus. Diese Zurückhaltung zeigt, dass viele rechte Wähler zwar Trumps „America First“-Politik bewundern, gleichzeitig aber die negativen Auswirkungen auf ihre eigenen Länder erkennen.
Jordan Bardella, Parteichef des Rassemblement National, äußerte sich gegenüber dem Telegraph kritisch: „Wir wollen keine Vasallenrolle gegenüber einem großen Bruder wie Trump.“ Thierry Mariani, ein weiteres prominentes Mitglied der Partei, ergänzte gegenüber Politico, dass Trump Europa wirtschaftlich und politisch wie eine Kolonie behandle.
Nationale Interessen im Vordergrund
Die Umfrage zeigt auch, dass rechte Wähler in Europa großen Wert darauf legen, dass ihre politischen Führer die nationalen Interessen in den Vordergrund stellen. Dies könnte erklären, warum die Unterstützung für Trump begrenzt ist: Seine Politik wird oft als einseitig zugunsten der USA wahrgenommen. Jules Walkden, Forschungsleiter bei Public First, erklärt: „Die praktische Umsetzung von ‚Land zuerst‘ könnte schnell die Grenzen dieser Allianz aufzeigen.“
Eine schwierige Beziehung
Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen die Spannungen zwischen Europas rechten Parteien und Donald Trump. Während viele Wähler seine nationalistische Rhetorik schätzen, stoßen seine konkreten politischen Maßnahmen auf Skepsis. Die Beziehung zwischen Trump und Europas Rechten bleibt somit ambivalent – geprägt von Bewunderung, aber auch von wachsender Distanz.
Quellen:
Politico: Politico Poll on Trump and European Right-Wing Parties
Weltwoche: Artikel zur Umfrag
Credits: APA
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