Die Europäische Union hat einen historischen Beschluss gefasst: Ab Ende 2027 wird kein Gas mehr aus Russland importiert. Diese Entscheidung fiel trotz des Widerstands von Ungarn und der Slowakei, die sich vehement gegen die Maßnahme stellten. Wie die EU-Kommission betont, soll dieser Schritt die Abhängigkeit von russischer Energie endgültig beenden und Moskaus Kriegskasse austrocknen.
Ein langer Weg zur Unabhängigkeit
Bereits seit der russischen Invasion in die Ukraine 2022 arbeitet die EU daran, ihre Energieversorgung neu zu strukturieren. Vor dem Krieg stammten fast 50 Prozent des europäischen Gases aus Russland. Heute sind es nur noch 12 Prozent, wie Reuters berichtet. Doch der Weg zur völligen Unabhängigkeit ist steinig: Länder wie Ungarn und die Slowakei, die stark auf russisches Gas angewiesen sind, drohen mit rechtlichen Schritten gegen die Verordnung.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Laut der EU-Kommission müssen sich Verbraucher keine Sorgen machen. Es gebe genügend alternative Anbieter auf dem Weltmarkt, und die Versorgungssicherheit sei nicht gefährdet. Doch Kritiker wie der ungarische Außenminister Peter Szijjarto sehen das anders. Er bezeichnete die Entscheidung als „inakzeptabel“ und kündigte an, sie vor dem Europäischen Gerichtshof anzufechten.
Sicherheitsklausel für Notfälle
Die neue Verordnung enthält eine Sicherheitsklausel: Sollte die Versorgungssicherheit eines EU-Landes gefährdet sein, kann die Kommission temporäre Ausnahmen genehmigen. Dies soll verhindern, dass Länder in eine Energiekrise geraten, wie n-tv berichtet.
Milliardengeschäfte trotz Sanktionen
Trotz der Sanktionen verdient Russland weiterhin Milliarden mit Energielieferungen. Allein im ersten Halbjahr 2025 importierte die EU Flüssiggas im Wert von 4,5 Milliarden Euro aus Russland. Doch mit dem endgültigen Importstopp ab 2027 soll auch diese Einnahmequelle versiegen.
Ein starkes Signal an Moskau
„Europa schließt den Hahn für russisches Gas – für immer“, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Dieser Schritt sei ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine und ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu mehr Energieunabhängigkeit.
Quellen: exxpress.at, Reuters, Al Jazeera, n-tv
Credits: APA
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