„Es wird keiner von euch übrig bleiben“: Trump droht Iran mit totaler Eskalation

„Es wird keiner von euch übrig bleiben“: Trump droht Iran mit totaler Eskalation

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran in einem Fox-News-Interview mit der Zerstörung sämtlicher Kraftwerke und Brücken gedroht, sollte Teheran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren. Gleichzeitig verhängten die USA erneut eine Seeblockade gegen iranische Häfen – der brüchige Waffenstillstand vom Juni ist damit faktisch endgültig kollabiert.

Eine Blockade mit Ansage

Wie das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mitteilte, trat die neuerliche Seeblockade am Dienstag um 22.00 Uhr MESZ in Kraft. Schiffe werden damit daran gehindert, iranische Häfen oder Küstengebiete anzusteuern oder von dort abzulegen. Die USA hatten eine solche Blockade bereits ab Mitte April durchgesetzt, sie im Zuge eines Rahmenabkommens mit Teheran aber Mitte Juni wieder aufgehoben. Parallel dazu flog das US-Militär in der Nacht auf Mittwoch bereits die vierte Angriffswelle in Folge – nach Angaben von Centcom wurden dabei Dutzende militärische Ziele nahe der Straße von Hormus sowie in iranischen Küstengebieten getroffen.

Die Drohung im Wortlaut

Im Interview mit Fox News, ausgestrahlt in der Sendung „Special Report with Bret Baier“, wurde Trump unmissverständlich deutlich: „Wir werden sie heute Nacht sehr hart treffen, wir werden sie morgen Nacht sehr hart treffen, und in der Nacht danach auch.“ Für die kommende Woche kündigte er eine weitere Eskalationsstufe an: „Nächste Woche wird es für sie richtig schlimm, denn nächste Woche sind die Kraftwerke dran. Nächste Woche sind die Brücken dran. Wir legen alle ihre Kraftwerke in Schutt und Asche. Wir legen alle ihre Brücken lahm – es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch.“ Auf die Frage nach seiner Botschaft an die iranische Führung wurde er noch drastischer: Teheran solle besser eine Einigung erzielen, sonst werde „keiner von euch übrig bleiben“.

Wichtig zur Einordnung, worauf CNN hinweist: Es ist nicht das erste Mal, dass Trump mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken im Iran droht – er hat solche Ankündigungen in der Vergangenheit wiederholt als Verhandlungstaktik eingesetzt, ohne sie bislang tatsächlich umzusetzen.

Eine überraschende Kehrtwende bei der Hormus-Gebühr

Bemerkenswert ist ein zweiter Teil des Interviews: Nur Tage nachdem Trump eine 20-prozentige Gebühr auf den gesamten Warenwert für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus angekündigt hatte, ruderte er nun zurück. Statt einer Gebühr würden mehrere Golfstaaten künftig „massive“ Investitionen und Handelsabkommen mit den USA eingehen, erklärte Trump. Ihm gefalle die Idee einer Gebühr ohnehin nicht besonders, so der Präsident.

Was den erneuten Bruch der Waffenruhe auslöste

Ausgangspunkt der jüngsten Eskalation waren laut US-Angaben iranische Angriffe auf Handelsschiffe: Das US-Militär wirft dem Iran vor, in der vergangenen Woche sieben Handelsschiffe attackiert zu haben, wobei nach eigenen Angaben knapp ein Dutzend Besatzungsmitglieder getötet, verletzt oder vermisst wurden. Der ursprünglich im Juni erzielte Waffenstillstand war ohnehin schon mehrfach gebrochen worden, bevor Trump ihn in der vergangenen Woche endgültig für beendet erklärte.

Vergeltung auf beiden Seiten

Der Iran reagierte seinerseits mit Gegenangriffen auf US-Verbündete in der Region. Das mit den USA verbündete Kuwait meldete Drohnenattacken, die eine Aktivierung der Luftabwehr auslösten – nach Angaben des kuwaitischen Verteidigungsministeriums wurden dabei vier Angehörige der Streitkräfte verletzt. Auch im ebenfalls verbündeten Bahrain sowie in Jordanien, wo iranische Kräfte laut eigenen Angaben eine US-Basis mit Drohnen angriffen, heulten die Alarmsirenen. Laut dem iranischen Außenamt wurden bei einem US-Angriff im Süden des Landes zudem drei Angehörige der Familie eines Parkrangers getötet, ein Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums meldete mehr als 260 Verletzte durch die jüngste nächtliche Angriffswelle.

Irans klare Absage an ein Nachgeben

Aus Teheran kam prompt eine trotzige Reaktion. Der iranische stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte gegenüber dem staatlichen Fernsehen, der Iran habe gegenüber dem vor einem Monat erzielten 14-Punkte-Abkommen mit den USA „keine Verpflichtungen“ mehr. Sollten die USA glauben, man werde durch verschärfte militärische und wirtschaftliche Maßnahmen an den Verhandlungstisch zurückkehren, liege darin ein Irrtum, so Gharibabadi.

Trumps eigenes Fazit

Nach eigener Einschätzung ist das iranische Militär durch die bisherigen Angriffe bereits erheblich geschwächt. Die Einsätze würden fortgesetzt, „bis ich sage, dass es genug ist“, so Trump – Verhandlungen mit der iranischen Führung seien aus seiner Sicht nur durch demonstrierte militärische Stärke überhaupt möglich.

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