Es reicht: Kickl fordert Schellhorns Rücktritt

Es reicht: Kickl fordert Schellhorns Rücktritt

Skandale am laufenden Band: NEOS-Staatssekretär Sepp Schellhorn sorgt weiter für heftige Kritik. Nach gelöschten Social-Media-Kanälen und fragwürdigen Werbeauftritten fordert nun auch FPÖ-Chef Kickl den Rücktritt. „So viele Fehltritte in 100 Tagen hat es noch nie gegeben.“

„Eine Dienstwagen-Affäre, die Drohung gegenüber einem Journalisten, keine Inserate zu schalten, weil die Berichterstattung nicht gepasst hat, ein unsäglicher NS-Vergleich, sein Werbevideo für ein Medium: Es hat noch nie in der Geschichte einen Politiker gegeben, der schon in den ersten knapp einhundert Tagen der Regierung so viele Fehltritte und Skandale hingelegt hat wie Sepp Schellhorn von den Neos. Jeder andere Politiker wäre schon bei der Hälfte dieser Verfehlungen zurückgetreten. Ganz Österreich wartet jetzt auf eine Entschuldigung Schellhorns und seinen Abgang.“ – Mit diesen Worten fordert FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl den sofortigen Rücktritt des Neos-Staatssekretärs.

Nun geraten auch Schellhorns Aktivitäten im Netz ins Visier der Kritik der Freiheitlichen: Seine Profile auf Instagram und YouTube wurden kommentarlos gelöscht, ebenso ist seine Website nicht mehr erreichbar. Für FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz ein auffälliger Schritt – und keineswegs ein Zufall. „Wenn der ‚Achter-Sepp‘ denkt, damit wächst Gras über sein Fehlverhalten, dann muss ich ihn enttäuschen“, so der blaue Generalsekretär in einer Aussendug. Gerade die NEOS, die Transparenz predigen und auf ihrer Website jede Büroklammer auflisten, müssten sich fragen lassen, warum im Fall Schellhorn plötzlich alle Spuren verschwinden.

Brisant: Trotz des Berufsverbots für Regierungsmitglieder war über Schellhorns Kanäle weiterhin der Zugang zu seinem Shop möglich – inklusive Produktangeboten wie Gewürzen und Küchenschürzen. Gleichzeitig trat Schellhorn als Staatssekretär in Werbevideos auf, die auf denselben Plattformen veröffentlicht wurden. Schnedlitz fordert nun volle Transparenz: „Es muss offengelegt werden, ob die Kanäle während seiner Amtszeit Einnahmen generiert haben. Und welche Videos er während dieser Zeit gedreht und veröffentlicht hat.“

Auch offline soll Schellhorn weiterhin Werbung in eigener Sache gemacht haben: So sei er laut FPÖ bei einem Influencer-Festival in Hamburg aufgetreten, wo er über die Vermarktung seiner Kochvideos sprach. Später postete er Fotos aus einem Luxusrestaurant – erneut bleiben Fragen offen: Wer hat die Reise bezahlt? Und waren auch Mitarbeiter seines Kabinetts beteiligt? Schnedlitz: „Sauber scheint das alles nicht.“ Die NEOS und Schellhorn müssten endlich aufklären – oder Konsequenzen ziehen.

Credit: APA

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