Eine aktuelle Umfrage der Jewish Claims Conference offenbart erhebliche Bildungslücken beim Thema Holocaust, insbesondere unter jungen Menschen – auch in Österreich. Laut der Studie haben 14 Prozent der befragten Österreicher im Alter von 18 bis 29 Jahren noch nie von den Begriffen „Holocaust“ oder „Schoa“ gehört. Im Vergleich der acht untersuchten Länder liegt Österreich damit im Mittelfeld.
Besonders besorgniserregend sind die Ergebnisse in Frankreich, wo 46 Prozent der jungen Befragten angaben, nichts über den Holocaust zu wissen. Gleichzeitig glaubt in fast allen untersuchten Ländern eine Mehrheit der Befragten, dass sich ein Ereignis wie der Holocaust heute erneut ereignen könnte. In Österreich teilen 62 Prozent diese Befürchtung, ähnlich wie in Deutschland (61 Prozent), Frankreich (63 Prozent), Großbritannien (69 Prozent) und den USA, wo mit 76 Prozent der höchste Wert gemessen wurde.
Zentralrat der Juden warnt vor Desinformation
Die Ergebnisse haben in der jüdischen Gemeinschaft Besorgnis ausgelöst. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, zeigte sich alarmiert: „Der besorgniserregende Anstieg antisemitischer verbaler und körperlicher Gewalt, den wir in Deutschland beobachten, hat seine Wurzeln zu einem großen Teil in Desinformation und fehlender Aufklärung über den Holocaust.“
Schuster rief Politik, Bildungseinrichtungen und Medien dazu auf, enger zusammenzuarbeiten, um diesem Trend entgegenzuwirken. Angesichts der besorgniserregenden Ergebnisse sei es unerlässlich, den Holocaust stärker in den Fokus der Bildungsarbeit zu rücken und Bewusstsein für die Gefahren von Antisemitismus zu schaffen.
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