Ernst Gödl ist neuer ÖVP-Klubobmann — mit 100 Prozent und klarer Migrationslinie

Ernst Gödl ist neuer ÖVP-Klubobmann — mit 100 Prozent und klarer Migrationslinie

Mit Applaus, Loyalitätsbekenntnis und einer unruhigen Nacht hinter sich: Der Steirer Ernst Gödl wurde am Dienstagmorgen mit 100 Prozent zum neuen ÖVP-Parlamentsklubobmann gewählt. Kanzler Stocker stellte ihn persönlich vor — und setzte dabei einen deutlichen inhaltlichen Akzent.

100 Prozent — und große Fußstapfen

„Ich bin stolz, dass ich mit 100 Prozent gewählt wurde“, sagte Gödl bei seiner Vorstellung neben Kanzler Christian Stocker. Er trete in „große Fußstapfen“ und nannte seinen Vorgänger August Wöginger eine „verbindende Person“ und „Ausnahmepersönlichkeit“. Gleichzeitig betonte er, für Kontinuität zu stehen: „Wie Wöginger aufgetreten ist, das möchte ich in den großen Zügen auch weiterführen.“

Stocker streute dem neuen Klubchef Rosen: Gödl stehe für eine klare Sprache, für Sicherheit — und „besonders wichtig“ sei sein Profil beim Thema Migration. Zur Causa Wöginger erklärte der Kanzler, das Rechtsmittelverfahren werde abgewartet: „Gust Wöginger wird immer Teil der Volkspartei bleiben.“

Mexiko als Schlüsselerlebnis — Migration als Herzensthema

Gödl schilderte bei seiner Vorstellung, was ihn zur Politik gebracht hat: Als junger Mann lebte er in Mexiko und erlebte dort einen Kulturschock. „Da habe ich gesehen, wie wichtig es ist, in einem sicheren Land zu leben. Da wollte ich in meiner Heimat politische Verantwortung übernehmen.“ Er wurde mit 23 Jahren jüngster Bürgermeister Österreichs in Zwaring-Pöls, war zehn Jahre im steirischen Landtag und sitzt seit 2017 als Integrations- und Migrationssprecher der ÖVP im Nationalrat.

Dass Stocker ausgerechnet das Migrationsthema als besonderes Merkmal seines neuen Klubchefs hervorhob, ist kein Zufall. Gödl war maßgeblich an der Aussetzung des Familiennachzugs beteiligt, die bis Mitte 2026 gilt. Bis dahin braucht es laut oe24 eine neue Regelung — ein Thema, das die Koalition in den kommenden Wochen beschäftigen wird.

Tochter hat Matura — Vater hat Klubvorsitz

Ein persönlicher Moment lockerte die Pressekonferenz auf: Gödl erzählte, er hätte seine Tochter eigentlich zur Deutschmatura begleiten wollen. „Aber daraus ist nichts geworden, weil ich gestern schon nach Wien angereist bin und eine sehr unruhige Nacht hatte.“

Die Nacht war unruhig — der Wahltag nicht. 100 Prozent sind in der ÖVP keine Selbstverständlichkeit.

Credits: Wikipedia

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