Er soll zu locker mit der Business-Kreditkarte umgegangen sein: Gegen den Geschäftsführer der Spanischen Hofreitschule, Alfred Hudler, läuft derzeit ein Verfahren wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten bei Spesen- und Dienstreiseabrechnungen. Das Landwirtschaftsministerium hat Strafanzeige erstattet.
Auslöser für interne Ermittlungen in der Spanischen Hofreitschule waren Hinweise von Whistleblowern, die auf mögliche Verstöße aufmerksam machten. Wie die Tageszeitung Der Standard berichtet, wurde Mitte Juli die Interne Revision des Ministeriums beauftragt, die Buchhaltung der traditionsreichen Institution zu überprüfen. Bei einer Einschau am 21. Juli entdeckten die Prüfer offenbar Ungereimtheiten im Zusammenhang mit mehreren Dienstreisen Hudlers.
Demnach soll der Geschäftsführer wiederholt private Reisen – unter anderem mit Ehefrau und Kind – als dienstlich abgerechnet haben. Auch die Wochenenden seien häufig ohne nachvollziehbaren beruflichen Anlass Teil der Dienstreisen gewesen. In einigen Fällen wurden laut dem vorliegenden Prüfbericht sogar Flugtickets für Familienmitglieder über die Geschäftskreditkarte der Hofreitschule beglichen.
Nach Einschätzung des Ministeriums stehen die vorgelegten Abrechnungen in deutlichem Widerspruch zu den Vorgaben des Public-Corporate-Governance-Kodex. Der entstandene Schaden für die Spanische Hofreitschule wird derzeit auf mehr als 15.000 Euro geschätzt.
Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte den Eingang der Anzeige und prüft nun die Einleitung weiterer Schritte. Der betroffene Geschäftsführer Hudler wies in einer Stellungnahme gegenüber dem Standard alle Vorwürfe entschieden zurück. Der Revisionsbericht liege ihm bislang nicht vor, betonte er. Er sei jedoch überzeugt davon, dass dieser „keine Verfehlungen“ seinerseits feststellen werde und erklärte: „Ich bin mir keines unkorrekten Verhaltens bewusst.“
Credit: APA
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