Die Enthüllungen rund um den verstorbenen Jeffrey Epstein reißen nicht ab. Nun sorgt ein österreichischer Reisepass, der auf den Namen „Marius Robert Fortelini“ ausgestellt wurde, für Aufsehen – und wird zum Fall für das Parlament.
Ein Pass voller Rätsel
Wie das US-Justizministerium und Medien wie der „Standard“ und die „Tiroler Tageszeitung“ berichten, wurde der Pass 2019 in einem Safe in Epsteins New Yorker Stadthaus gefunden. Das Dokument, das 1982 in Wien ausgestellt wurde, zeigt Epsteins Foto, jedoch unter dem falschen Namen „Marius Robert Fortelini“. Als Wohnort ist Saudi-Arabien angegeben. Laut Epsteins Anwälten sollte der Pass ihn bei Reisen in den Nahen Osten vor Entführungen schützen. Verwendet wurde er angeblich nie.
Politische Brisanz in Österreich
Die FPÖ hat nun eine parlamentarische Anfrage an Außenministerin Beate Meinl-Reisinger gestellt. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker fordert Aufklärung darüber, welche Botschaft den Pass ausgestellt hat und ob Epstein möglicherweise sogar die österreichische Staatsbürgerschaft besaß. Zudem wird eine Verbindung zum damaligen US-Botschafter in Wien, Ronald Lauder, hergestellt, der in den Epstein-Akten mehrfach erwähnt wird.
Keine Spuren von Ein- oder Ausreisen
Das österreichische Innenministerium erklärte, dass es keine Aufzeichnungen über Ein- oder Ausreisen mit diesem Pass gibt. Innenminister Gerhard Karner betonte, dass die Existenz des Dokuments bisher nicht bestätigt werden konnte. Die Stempel im Pass stammen aus einer Zeit vor dem Schengen-Abkommen, was die Nachverfolgung zusätzlich erschwert.
Epsteins Wien-Besuch 2019
Kurz vor seiner Verhaftung reiste Epstein im März 2019 heimlich nach Wien. Begleitet von drei Frauen landete sein Privatjet in der österreichischen Hauptstadt. Geplante Treffen mit dem Trump-Berater Steve Bannon und dem slowakischen Ex-Außenminister Miroslav Lajčák sollen jedoch nicht stattgefunden haben. Nach wenigen Stunden verließ Epstein Wien wieder.
Ein Fall mit internationaler Dimension
Die Causa Epstein zieht weiterhin Kreise. Während in den USA neue Dokumente veröffentlicht wurden, die auch prominente Namen wie Bill Clinton und Donald Trump betreffen, wird in Österreich die Frage nach der Herkunft des mysteriösen Passes immer drängender. Die Antworten der Außenministerin werden mit Spannung erwartet.
Quellen: oe24, ORF, Tiroler Tageszeitung, Spiegel, Standard
Credits: APA
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