Ende einer Ära: E-Firmenwagen verlieren ab 2027 ihren Steuerbonus

Ende einer Ära: E-Firmenwagen verlieren ab 2027 ihren Steuerbonus

Wer ein Elektroauto vom Arbeitgeber auch privat fährt, hat das bisher gratis genossen – steuerlich gesehen. Das ändert sich. Ab 2027 fällt die Sachbezugsbefreiung für E-Firmenwagen. Branchenvertreter sind unzufrieden, Automobilclubs rechnen vor.

Was sich ändert – und warum es die Koalition tut

Bisher gilt in Österreich eine klare Regel: Wer ein Elektroauto als Firmenwagen privat nutzt, zahlt dafür keinen Sachbezug – also keine Lohnsteuer und keine Sozialversicherungsbeiträge auf diesen geldwerten Vorteil. Genau das fällt ab 2027 weg. Wie die Salzburger Nachrichten berichteten, hat sich die Regierung im Zuge des Doppelbudgets 2027/28 darauf verständigt, die Sachbezugsbefreiung für E-Firmenwagen zu streichen.

Ab 2028 sollen laut ÖAMTC 0,75 Prozent des Anschaffungswerts pro Monat als Sachbezug versteuert werden – gedeckelt bei einem Fahrzeugwert von 48.000 Euro. Das ergibt maximal 360 Euro Sachbezug pro Monat. Bei einem Bruttoeinkommen von 5.000 Euro bedeutet das laut ÖAMTC eine Nettolohnreduktion von rund 180 Euro monatlich. Der Standard berichtete, dass die Maßnahme dem Budget ab 2028 rund 160 Millionen Euro jährlich bringen soll.

Noch immer günstiger als ein Verbrenner

Ein Verbrenner als Firmenwagen kostet steuerlich derzeit deutlich mehr: Bei CO2-Werten bis 126 Gramm pro Kilometer fallen 1,5 Prozent der Anschaffungskosten als Sachbezug an, bei höheren Werten sind es zwei Prozent. Wie der ÖAMTC auf seiner Website festhält, bleibt das E-Auto also auch nach der Reform günstiger – nur nicht mehr vollständig steuerfrei. Für 2027 soll der Sachbezugssatz vorübergehend noch unterhalb von 0,75 Prozent liegen, Details werden in den kommenden Wochen konkretisiert.

Branche: „Freude haben wir damit keine“

Die Reaktionen der Elektromobilitätsbranche fielen verhalten aus. Wie die Salzburger Nachrichten berichteten, erklärte Andreas Reinhardt vom Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ): „Freude haben wir damit keine. Aber die Attraktivität des E-Autos bleibt ein Stück weit erhalten.“ Reinhardt verwies auf die niedrigeren Betriebskosten von E-Autos und den weiterhin günstigeren Sachbezug gegenüber dem Verbrenner. Sein Bedauern: „Gewünscht hätten wir uns freilich, dass die Maßnahme erst später kommt“ – ausgerechnet jetzt, wo der Marktanteil von Elektroautos bei Neuzulassungen anzieht.

ÖAMTC-Experte Martin Grasslober sieht laut Salzburger Nachrichten eine mögliche Kehrtwende in der Firmenpolitik: „Man wird in gewissem Grad stärker auf günstigere Autos setzen.“ Bisher entfallen laut Grasslober rund 70 Prozent aller neu zugelassenen Elektroautos auf Unternehmen, juristische Personen oder Gebietskörperschaften – dieser Anteil könnte sinken.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x