EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat am Dienstagabend ein exklusives Abendessen beim Weltwirtschaftsforum verlassen, nachdem US-Handelsminister Howard Lutnick Europa scharf kritisiert hatte. Die Gastgeber brachen die Veranstaltung daraufhin vor dem Nachtisch ab, wie mit dem Vorgang vertraute Personen gegenüber Reuters berichteten.
Zwischenrufe und Tumult bei VIP-Dinner
Lagarde verließ das Dinner während einer Passage, in der Lutnick Europa heftig angriff und die zu Zwischenrufen führte, berichtet exxpress.at unter Berufung auf Insider. Das Abendessen wurde von BlackRock-Chef Larry Fink als Co-Vorsitzendem des WEF für alle wichtigen Mitglieder des Forums sowie Staatsoberhäupter und andere Würdenträger ausgerichtet. Mehrere hundert Personen waren zu dem Dinner eingeladen, wie Reuters meldet.
Lutnick kritisierte Europas Energiepolitik
Lutnick soll laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA während der Rede Europa als „Wirtschaft im Niedergang“ bezeichnet und die Energiepolitik scharf kritisiert haben. Besser sei es, sich auf Kohle statt auf erneuerbare Energien zu konzentrieren, habe der US-Handelsminister argumentiert. Zudem habe er Lagardes Appell für ein unabhängigeres Europa verspottet. Seine Aussagen führten zu weitverbreitetem Buhen und Zwischenrufen, berichtet die Financial Times.
Fink beendete Event vorzeitig
BlackRock-Chef Larry Fink beendete das Abendessen vorzeitig, nachdem mehrere Gäste den Saal verlassen hatten, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person gegenüber Reuters bestätigte. Fink appellierte während des Tumults an die Gäste, Ruhe zu bewahren, berichtet ANSA. Das US-Handelsministerium erklärte später laut ANSA, dass „nur eine Person Buhs-Rufe ausgestoßen habe“ – und zwar Al Gore, der demokratische Ex-Vizepräsident und langjährige Klima-Aktivist.
EZB lehnt Stellungnahme ab
Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu dem Vorfall ab, wie exxpress.at berichtet. Auch das US-Handelsministerium und das Weltwirtschaftsforum reagierten nicht umgehend auf Anfragen von Reuters. Der Eklat ereignete sich nur einen Tag vor der mit Spannung erwarteten Rede von US-Präsident Donald Trump beim WEF in Davos, bei der es vor allem um die Grönland-Frage ging.
Credits: APA
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