Vor dem Europäischen Parlament in Brüssel steht seit Dienstag ein sieben Meter hohes, aufblasbares Kondom – und zieht alle Blicke auf sich. Doch hinter der spektakulären Aktion steckt ein ernstes Anliegen: Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) fordert mehr Forschung und Entwicklung für Verhütungsmethoden speziell für Männer.
Männerverhütung: Zwei Optionen sind zu wenig
Wie die DSW betont, stehen Männern bisher nur zwei Verhütungsmethoden zur Verfügung: das klassische Kondom und die Vasektomie, bei der der Samenleiter dauerhaft durchtrennt wird. „Das ist schlichtweg nicht genug“, erklärt Lisa Görlitz, Leiterin des Brüsseler Büros der DSW, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Vielversprechende Alternativen wie Pillen, Gele oder reversible Vasektomien könnten die Auswahl erweitern – doch es fehlt an finanzieller und politischer Unterstützung.
Frauen tragen die Hauptlast
Die Aktion vor dem EU-Parlament soll nicht nur auf die begrenzten Möglichkeiten für Männer hinweisen, sondern auch die ungleiche Verteilung der Verantwortung in der Verhütung thematisieren. Laut der DSW haben weltweit 257 Millionen Frauen keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Das führt jährlich zu rund 121 Millionen ungewollten Schwangerschaften. „Es ist an der Zeit, dass Paare die Verantwortung gemeinsam tragen“, so Görlitz.
Ein Zeichen für Gleichstellung
Die Aktion ist Teil eines größeren Appells, der auch die neue Gender Equality Strategy der EU aufgreift. Diese erkennt erstmals an, dass männliche Verhütung bislang vernachlässigt wurde. Doch die DSW fordert mehr als nur Worte: „Wir brauchen konkrete Investitionen in Forschung und Innovation“, betont Görlitz.
Ein Blick in die Zukunft
Das überdimensionale Kondom ist nicht die erste Aktion dieser Art. Bereits in der Vergangenheit wurde es an prominenten Orten wie dem Brandenburger Tor eingesetzt. Doch der Auftritt in Brüssel ist eine Premiere – und ein klares Signal an die Politik, endlich zu handeln.
Quellen: exxpress.at, bild.de, orf.at, focus.de, derpatriot.de
Credits: APA
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