Drohnen-Chaos über Moskau: Nichts geht mehr an den Flughäfen

Drohnen-Chaos über Moskau: Nichts geht mehr an den Flughäfen

In der russischen Hauptstadt herrschte in der Nacht auf Donnerstag pures Chaos. Ein massiver Drohnenangriff, den Russland der Ukraine zuschreibt, legte den gesamten Flugverkehr lahm. Für Stunden ging an den vier großen Flughäfen rund um Moskau absolut nichts mehr.

Hunderte Drohnen im Anflug

Russland spricht von einem der größten Angriffe seit Kriegsbeginn. Laut dem russischen Verteidigungsministerium, das sich auf Telegram äußerte, wurden in der Nacht fast 300 ukrainische Drohnen abgewehrt. 32 dieser Flugobjekte sollen direkten Kurs auf Moskau genommen haben, was zu drastischen Maßnahmen führte. Die russische Luftfahrtbehörde Rosawijazija bestätigte die vorübergehende Schließung der Flughäfen Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo und Schukowski.

Wie russische Nachrichtenagenturen und auch der Spiegel berichten, mussten Dutzende, teils sogar über 130 Flüge, gestrichen, verschoben oder auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Der Ausnahmezustand am Himmel über der Metropole dauerte laut Berichten mehr als sieben Stunden an.

Explosionen und Trümmerteile

Obwohl das russische Verteidigungsministerium erklärte, alle Drohnen seien „abgefangen und abgeschossen“ worden, meldete der russische Telegram-Kanal Shot Explosionen in den Vororten von Moskau. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin gab bekannt, dass Rettungskräfte im Einsatz seien, um Trümmerteile zu beseitigen. Verletzte oder größere Schäden an Gebäuden habe es nach offiziellen Angaben nicht gegeben. Die Ukraine hat sich zu dem Angriff bisher nicht offiziell bekannt.

Auch Angriffe auf See

Parallel zu den Ereignissen in der Luft meldeten ukrainische Medien unter Berufung auf Geheimdienstquellen einen weiteren Schlag gegen Russland. Demnach wurde im Schwarzen Meer ein Tanker der russischen Schattenflotte mit Seedrohnen attackiert und schwer beschädigt. Wie unter anderem Südtirol News berichtet, soll das Schiff unter der Flagge der Komoren und mit ausgeschaltetem Transponder unterwegs gewesen sein.

Kiew setzt immer wieder auf den Einsatz von Langstreckendrohnen, um gezielt militärische und industrielle Anlagen in Russland anzugreifen. Ziele sind dabei oft Ölraffinerien und Waffenfabriken.

Quellen: Bild.de, Spiegel.de, BR.de, Südtirol News, Telegram, Reuters, APA, dpa
Credits: APA

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