Im Vorfeld des SPÖ-Parteitags Anfang März sorgt Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil für Aufsehen. In einem Interview mit „Burgenland heute“ erklärte er überraschend: „Ich würde der Partei nicht schaden wollen, also würde ich wahrscheinlich Babler wählen.“ Doch die Unterstützung hat einen Haken: Doskozil wird am Parteitag nicht teilnehmen und bleibt damit auf Distanz.
Ein Signal der Versöhnung?
Die Aussage Doskozils kommt unerwartet, denn das Verhältnis zwischen ihm und SPÖ-Chef Andreas Babler war in der Vergangenheit alles andere als harmonisch. Noch im Januar hatte Doskozil in einem Interview mit dem „Kurier“ die Parteiführung scharf kritisiert. Er sprach von „strukturellen Fehlentwicklungen“ und bemängelte, dass sich viele Funktionäre und Wähler von der SPÖ nicht mehr repräsentiert fühlten. Besonders die Dominanz Wiens sei ein Problem, so Doskozil.
Babler ohne Gegenkandidaten
Während Doskozil sich zurückhält, geht Babler gestärkt in den Parteitag. Wie „meinbezirk.at“ berichtet, wird er als einziger Kandidat für den Parteivorsitz antreten. Eine Mitgliederbefragung ist nicht notwendig, da niemand die erforderlichen 1.500 Unterstützungsunterschriften vorlegen konnte. Beobachter erwarten dennoch, dass Babler nicht mehr die überwältigende Zustimmung von 89 Prozent der Delegierten wie 2023 erreichen wird.
Die SPÖ in der Krise
Die SPÖ kämpft weiterhin mit schwachen Umfragewerten. Laut Doskozil liegt die Partei seit Monaten unter der 20-Prozent-Marke. Er warnt vor einem weiteren Bedeutungsverlust, sollte es keine grundlegenden Reformen geben. „Ohne strukturelle Veränderungen wird die SPÖ weiter an inneren Blockaden scheitern“, so seine klare Botschaft.
Ein gespaltenes Bild
Die burgenländische SPÖ hat sich bereits in der Vergangenheit von der Bundespartei abgekoppelt. Doskozil und seine Landesregierung blieben dem Bundesparteitag 2023 in Graz fern, bei dem Babler nach einer Panne bei der Stimmenauszählung erneut gewählt wurde. Die jüngste Unterstützungserklärung könnte daher als Versuch gewertet werden, die Wogen zu glätten – zumindest oberflächlich.
Quellen: oe24.at, meinbezirk.at, exxpress.at
Credits: APA
Neueste Kommentare