Eine neue Insa-Umfrage bringt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in einer hypothetischen Direktwahl in ernste Schwierigkeiten: AfD-Chefin Alice Weidel würde ihn demnach klar schlagen. Nur ein Name aus der Union könnte sich gegen sie durchsetzen – und der heißt nicht Merz.
Deutliche Niederlage gegen Weidel
Wie „Apollo News“ unter Berufung auf die Insa-Erhebung berichtet, würden sich 31 Prozent der Befragten in einer direkten Konfrontation für Weidel entscheiden, wenn Merz ihr Gegenkandidat wäre. Der Kanzler selbst kommt dabei nur auf 17 Prozent. 45 Prozent würden sich für keinen der beiden entscheiden, sieben Prozent machten keine Angabe.
Selbst die eigenen Wähler zögern
Besonders bemerkenswert ist der Rückhalt in der eigenen Wählerschaft: Nur 50 Prozent der CDU- und CSU-Anhänger würden für Merz stimmen, 13 Prozent würden sich sogar für Weidel entscheiden. Zum Vergleich: Bei den AfD-Anhängern steht Weidel mit 89 Prozent nahezu geschlossen hinter ihrer eigenen Parteichefin. Bei FDP-Wählern liegen Merz und Weidel mit 21 zu 19 Prozent fast gleichauf.
Söder als einziger Gewinner-Kandidat
Ganz anders sieht das Bild bei CSU-Chef Markus Söder aus. Von den drei getesteten Unionspolitikern ist er der Einzige, der Weidel in einem direkten Duell tatsächlich schlagen würde: 34 Prozent entscheiden sich für Söder, 26 Prozent für die AfD-Chefin. Unter den eigenen Unionsanhängern kommt der bayerische Ministerpräsident sogar auf 73 Prozent – und auch bei SPD-, Grünen- und FDP-Wählern schneidet er deutlich besser ab als Merz.
Wüst liefert sich ein knappes Rennen
Enger fällt der Vergleich zwischen Weidel und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst aus: Die AfD-Chefin kommt auf 30 Prozent, Wüst auf 29 Prozent. Auffällig ist dabei sein Rückhalt außerhalb der eigenen Partei – 49 Prozent der SPD-Wähler und 47 Prozent der Grünen-Wähler würden für ihn stimmen, unter den eigenen Unionsanhängern sind es 55 Prozent.
Umfrage fällt in angespannte Phase für Merz
Die Ergebnisse erscheinen zu einem Zeitpunkt wachsender Spekulationen über die politische Zukunft des Kanzlers, nachdem die CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine herbe Niederlage einstecken musste. Auch in der Insa-Sonntagsfrage liegt die AfD mit 29 Prozent deutlich vor CDU und CSU, die gemeinsam nur auf 19,5 Prozent kommen. Einzuordnen sind die Werte allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Sie spiegeln lediglich die aktuelle politische Stimmung wider – der deutsche Bundeskanzler wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern vom Bundestag bestimmt.
Credits: Thomas Köhler / photothek
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