Direktes Gespräch: Morgen ruft Trump bei Putin an

Direktes Gespräch: Morgen ruft Trump bei Putin an

Ein Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin sorgt international für Spannung: Trump kündigte für Montag ein Telefonat mit Putin an – er sorgt damit für große Erwartungen.

Zeitgleich mit den Vorbereitungen auf dieses Telefonat erhöht die US-Regierung den diplomatischen Druck auf Moskau. Außenminister Marco Rubio machte deutlich, dass Russland bei ausbleibenden Fortschritten im Ukraine-Konflikt mit weiteren Sanktionen rechnen müsse.

Gespräche zwischen Kiew und Moskau wieder aufgenommen

Der Hintergrund: Erstmals seit über drei Jahren trafen sich Vertreter der Ukraine und Russlands am Freitag zu direkten Gesprächen. Zwar konnte eine Einigung über den bevorstehenden Austausch von 1000 Kriegsgefangenen erzielt werden – große diplomatische Durchbrüche blieben jedoch aus. Präsident Putin nahm an den Gesprächen nicht teil. Der Kreml stellte erneut klar, dass ein direktes Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nur dann infrage komme, wenn zuvor eine „substantielle Vereinbarung“ erzielt werde.

Rubio: Russland testet den Westen

In einem Interview mit dem US-Sender CBS News, dessen Wortlaut am Sonntag vorab veröffentlicht wurde, erklärte Außenminister Marco Rubio, dass Washington der russischen Regierung bereits klare Signale gesendet habe. „Wir haben in den vergangenen Wochen unmissverständlich klargemacht, dass der US-Kongress bereit ist, zusätzliche Sanktionen zu verabschieden, falls es keine sichtbaren Fortschritte gibt“, so Rubio.

Die Regierung habe das Parlament um etwas Geduld gebeten, um Verhandlungen eine Chance zu geben, betonte Rubio. Doch das politische Momentum baue sich bereits auf. „Wir testen derzeit, ob Russland mit Verzögerungstaktiken lediglich Zeit gewinnen will“, sagte der Minister. In den Vereinigten Staaten kann der Kongress Sanktionen auch gegen den Willen der Regierung durchsetzen, wenn sich eine ausreichend große Mehrheit findet.

Donald Trump gibt sich unterdessen erneut als wichtigster außenpolitischer Vermittler: In einer kurzen Mitteilung erklärte er, dass er am Montag direkt mit Wladimir Putin telefonieren wolle. Details zum Inhalt oder zur Absprache des Gesprächs sind bislang nicht bekannt.

Die Initiative des Präsidenten kann als Versuch gewertet werden, seine außenpolitische Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen – allerdings muss Trump dann auch die hohen Erwartungen erfüllen.

Vatikan bietet sich als Vermittler an

Unterdessen bringt sich der Vatikan als möglicher Gastgeber für künftige Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel. Außenminister Rubio bezeichnete das Angebot als „außerordentlich großzügig“. Rom könne ein neutraler, vertrauensvoller Ort sein, an dem sich alle Seiten sicher fühlen, so der Minister. Es sei zu hoffen, dass es künftig regelmäßig zu Gesprächen komme – und der Vatikan als eine von mehreren Optionen zur Verfügung stehe.

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