In wenigen Tagen wollte der Mitarbeiter der israelischen Botschaft seiner Freundin in seiner Heimat einen Heiratsantrag machen – jetzt sind beide tot. Ein „Free Palestine“-Fanatiker hat das Paar auf offener Straße in Washington erschossen, exxtra24 hat berichtet.
Bei dem antisemitisch motivierten Angriff in Washington, D.C., sind am Mittwochabend zwei Menschen in unmittelbarer Nähe des Lillian and Albert Small Capital Jewish Museum niedergeschossen worden. Wie die Polizei bestätigte, verstarben beide Opfer wenig später im Krankenhaus. Die Tat ereignete sich kurz nach 21 Uhr Ortszeit an der Ecke 3rd Street und F Street Northwest, nur wenige Schritte vom Museum entfernt, das sich dem jüdischen Leben in der US-Hauptstadt widmet.
Einzeltäter festgenommen – Motiv offenbar antisemitisch
Die Polizei identifizierte den mutmaßlichen Täter als den 30-jährigen Elias Rodriguez (Screenshot unten) aus Chicago. Laut Angaben der Polizei hatte er sich vor dem Museum auffällig verhalten, bevor er sich einer Gruppe von vier Personen näherte und ohne Vorwarnung das Feuer eröffnete. Anschließend betrat er das Museum, wo er festgenommen wurde. Er zeigte den Beamten, wo er die Tatwaffe entsorgt hatte, und deutete an, für die Schüsse verantwortlich zu sein, so Pamela Smith, Chefin der Metropolitan Police, bei einer Pressekonferenz.

Während seiner Festnahme skandierte Rodriguez „Free, free Palestine!“. Die Bundespolizei FBI hat die Ermittlungen übernommen und durchleuchtet derzeit die Hintergründe des Täters intensiv. „Wir werden den Fakten folgen, das Gesetz anwenden und den Täter mit aller Härte des Rechtsstaates bestrafen“, sagte US-Justizministerin Pam Bondi, die den Tatort besuchte.
Opfer wollten sich in Jerusalem verloben
Wie der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, mitteilte, handelte es sich bei den beiden Opfern um ein Paar. Die beiden hätten sich kommende Woche in Jerusalem verloben wollen.
„Wir sind ein widerstandsfähiges Volk“, erklärte Leiter. „Wir lassen uns nicht einschüchtern, wir stehen zusammen, und wir werden die moralische Verkommenheit derer überwinden, die glauben, mit Mord politische Ziele erreichen zu können.“
Leiter gab zudem bekannt, dass er am Mittwochabend mit Ex-Präsident Donald Trump telefoniert habe. Trump habe zugesichert, seine Regierung werde „alles in ihrer Macht Stehende tun, um Antisemitismus zu bekämpfen und zu beenden“. Auf X (vormals Twitter) schrieb Trump am Donnerstagmorgen: „Diese schrecklichen Morde in D.C., offensichtlich motiviert durch Antisemitismus, müssen JETZT gestoppt werden! Hass und Radikalismus haben keinen Platz in den USA.“
Anschlag während Diplomatenempfang
Zum Zeitpunkt des Angriffs fand im Museum eine Veranstaltung des American Jewish Committee statt: ein Empfang für junge jüdische Berufstätige und Mitglieder des diplomatischen Corps aus Washington. In der Einladung war von einem Abend die Rede, der „der Förderung von Einheit und dem Feiern jüdischen Erbes“ gewidmet sei.
Israels UN-Botschafter Danny Danon bezeichnete die Tat in einem Beitrag auf X als „abscheulichen Akt antisemitischen Terrors“. Der Angriff auf Diplomaten und Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft überschreite eine rote Linie, so Danon.
Museum warnte zuvor vor Sicherheitslücken
Wie der Sender NBC4 Washington berichtete, hatte das Museum bereits zuvor Sicherheitsbedenken geäußert und einen staatlichen Zuschuss zur Erhöhung der Schutzmaßnahmen erhalten. Die Direktorin des Museums, Beatrice Gurwitz, betonte gegenüber dem Sender, dass viele jüdische Einrichtungen in den USA derzeit stark verunsichert seien. „Jüdische Institutionen überall in der Stadt, im ganzen Land, machen sich Sorgen um ihre Sicherheit – angesichts beängstigender Vorfälle und des allgemeinen Klimas des Antisemitismus“, sagte sie.
Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an. Für die jüdische Gemeinschaft in Washington ist der Anschlag ein schwerer Schock – auch weil er ein gezieltes Signal an ein diplomatisches und zivilgesellschaftliches Netzwerk sendet, das gerade in Zeiten globaler Spannungen besonders verletzlich ist.
Credits: Screenshots/X
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