„Diesel, Diesel, Diesel“: Trump drängt Selenskyj zum Kurswechsel

„Diesel, Diesel, Diesel“: Trump drängt Selenskyj zum Kurswechsel

Steigende Dieselpreise bringen offenbar sogar den Ukraine-Krieg in Bewegung: US-Präsident Donald Trump hat Wolodymyr Selenskyj laut einem Bericht der „Financial Times“ dazu gedrängt, die ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen – mit einer denkbar einfachen Botschaft.

„Diesel, Diesel, Diesel“

Wie die „Financial Times“ unter Berufung auf mit dem Gespräch vertraute Personen berichtet, verwies Trump in einem Telefonat am Sonntag vor allem auf die weltweite Dieselknappheit und die stark gestiegenen Preise. Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter, der an dem Gespräch teilnahm, brachte Trumps zentrale Botschaft auf den Punkt: „Diesel, Diesel, … Diesel.“ Ein weiterer ukrainischer Regierungsvertreter ergänzte, Trump sei wegen der steigenden Dieselpreise sehr besorgt und wolle sicherstellen, dass russische Öllieferungen weiterhin auf den Weltmarkt gelangen können.

Ein Anruf kurz nach dem Angriff auf Moskau

Pikant am Zeitpunkt: Das Telefonat fand nur wenige Stunden nach einem großen ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau statt, bei dem eine bedeutende Ölraffinerie in Brand geriet. Nach russischen Angaben wurden dabei mindestens zwei Menschen getötet und zwanzig verletzt.

Rekordpreise in den USA

Der Hintergrund von Trumps Dringlichkeit liegt auf der Hand: In den USA erreichte der Dieselpreis am Montag laut „Financial Times“ mit 6,51 Dollar pro Gallone einen Rekordwert. Seit Beginn des Nahostkonflikts im Februar ist er damit um mehr als 70 Prozent gestiegen. Besonders stark belastet das Landwirte und Transportunternehmen in den USA – einige republikanische Politiker bringen deshalb bereits ein Exportverbot für Diesel ins Spiel.

Widersprüchliche Aussagen zur Waffenruhe

Für zusätzliche Verwirrung sorgt eine bereits zuvor kolportierte Vereinbarung: Trump hatte vergangene Woche erklärt, Russland und die Ukraine hätten sich darauf verständigt, gegenseitige Angriffe auf Energieanlagen einzustellen. Ukrainische Regierungsvertreter widersprachen dem jedoch – eine solche Waffenruhe sei so nicht vereinbart worden. Selenskyj selbst erklärte daraufhin, Kiew würde eine gegenseitige Feuerpause einhalten, sofern die USA und andere Partner gewährleisten könnten, dass auch Russland seine Angriffe einstellt. Ob Washington im Gegenzug auch Moskau zu einem Ende der Angriffe auf ukrainische Energieanlagen gedrängt hat, bleibt laut „Financial Times“ unklar.

Selenskyj verteidigt seine Strategie

Trotz des Drucks aus Washington verteidigte Selenskyj die ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffe als wichtiges Druckmittel gegenüber Russland. Gleichzeitig betonte er: „Aber die Diplomatie muss parallel funktionieren.“

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