Ein Netzwerk von jungen, militanten, mutmaßlich Rechtsextremen soll schwule Männer unter falschen Vorwänden zu Treffen gelockt und sie dort körperlich misshandelt, beraubt und erniedrigt haben. Am Freitag nahmen die Behörden mindestens 15 Verdächtige fest, nachdem sie in mehreren Bundesländern Hausdurchsuchungen durchgeführt hatten – Exxtra24 berichtete ausführlich.
Täter agieren über Fake-Profile
Laut ersten Ermittlungen wurden zwischen 2024 und 2025 mindestens 17 Personen Opfer dieser brutal ausgeführten Hassverbrechen. Die Täter sollen vor allem Schwule ins Visier genommen haben, indem sie über Fake-Profile in sozialen Netzwerken Treffen mit den Opfern arrangierten. Bei den Begegnungen kamen dann mehrere maskierte Täter, die die Opfer körperlich verletzten und in einem Fall sogar einen Mordversuch unternahmen. Die Angriffe wurden oft gefilmt und die Videos in privaten Chatgruppen verbreitet.
Ermittlungen und Festnahmen in ganz Österreich
Am Freitagmorgen gingen rund 400 Polizisten, darunter auch Spezialkräfte, landesweit gegen die Täter vor. Die Hausdurchsuchungen fanden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz statt und wurden in allen Bundesländern außer Vorarlberg und Kärnten durchgeführt. Dabei wurden Waffen und NS-Devotionalien sichergestellt. Die Polizei ermittelt nun gegen zwölf Männer und drei Frauen im Alter von 14 bis 26 Jahren, darunter auch einige mit Verbindungen zur neonazistischen Szene.
Neueste Kommentare