Rund 400 Afghanen, die derzeit in Pakistan festsitzen, sollen in naher Zukunft nach Deutschland einreisen dürfen. Dies betrifft etwa 360 Personen aus dem Bundesaufnahmeprogramm sowie rund 50 ehemalige Ortskräfte, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte. Bereits am vergangenen Freitag sind 32 Afghanen im Rahmen des Programms in Deutschland eingetroffen, berichtet die Weltwoche.
Hintergrund: Die Machtübernahme der Taliban
Nach der Machtübernahme der Taliban im August 2021 hatte Deutschland zahlreichen Afghanen Aufnahmezusagen erteilt. Dazu zählen ehemalige Ortskräfte der Bundeswehr sowie besonders gefährdete Personen wie Frauenrechtler und Menschenrechtsaktivisten. Diese Zusagen wurden jedoch nach dem Regierungswechsel in Berlin stark eingeschränkt. Laut Tagesschau wurden allein im Jahr 2025 rund 650 Afghanen von der sogenannten Menschenrechtsliste endgültig abgelehnt. Ihnen wurde jedoch Unterstützung bei der Rückkehr nach Afghanistan oder in Drittstaaten angeboten.
Herausforderungen und Kritik
Viele der betroffenen Afghanen harren seit Monaten oder Jahren in Pakistan aus, oft unter prekären Bedingungen. Organisationen wie die „Kabul Luftbrücke“ setzen sich für die Betroffenen ein und unterstützen sie bei rechtlichen Verfahren. Laut Pro Asyl droht ab Januar 2026 vielen Afghanen die Abschiebung nach Afghanistan, wenn die Bundesregierung nicht handelt. Die Organisation fordert eine sofortige Evakuierung und die unbürokratische Ausstellung von Visa.
Politische Debatte in Deutschland
Die Aufnahmeprogramme sind politisch umstritten. Während die Grünen und die Linke auf die Einhaltung der Zusagen pochen, betonen CDU/CSU die Notwendigkeit von Sicherheitsüberprüfungen. Die AfD fordert hingegen ein Ende der Aufnahmeprogramme. Laut Bundestag.de wurden seit 2021 rund 38.000 Afghanen nach Deutschland gebracht, doch viele warten weiterhin auf ihre Einreise.
Credits: APA
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