Deutschland: Für viele sind Kinder „finanziell kaum leistbar“

Deutschland: Für viele sind Kinder „finanziell kaum leistbar“

In Deutschland wächst offenbar eine Stimmung, dass Kinder teuer sind und deshalb viele Familien an ihre Grenzen bringen. Eine aktuelle Blitz-Umfrage des Instituts INSA im Auftrag der „Bild am Sonntag“ zeigt, dass über die Hälfte der Deutschen glaubt, man könne sich Kinder heute nicht mehr leisten. Das geht aus den veröffentlichten Ergebnissen hervor. Mehr als 55 Prozent der Befragten stimmen dieser Aussage zu – nur etwa ein Drittel widerspricht dem. (wie Bild berichtet )

Hauptgründe: Lebenshaltung und Betreuung

Die Umfrage zeigt, dass hohe Lebenshaltungskosten der dominierende Faktor sind: 81 Prozent nennen Miete, Energie, Lebensmittel und Alltag als kostentreibend. Ebenfalls häufig genannt werden Steuern und Abgaben (59 Prozent) sowie Verdienstausfälle: 40 Prozent der Befragten sehen finanzielle Einbußen durch Elternzeit oder Teilzeit als entscheidendes Hindernis. Kritisiert wird zudem, dass staatliche Unterstützungen wie Kindergeld oder Elterngeld oft nicht als ausreichende Entlastung wahrgenommen werden. (wie Bild berichtet )

Ein weiterer Punkt ist die Betreuungssituation: 58 Prozent der Befragten beklagen einen Mangel an Kita- und Krippenplätzen, wodurch Berufstätigkeit für viele Eltern erschwert wird. Vor allem in Westdeutschland fehlt nach wie vor ausreichend Betreuung, während in Teilen Ostdeutschlands bereits Einrichtungen geschlossen werden – bedingt durch sinkende Kinderzahlen. (wie Bild berichtet )

Was sagen Zahlen zu tatsächlichen Kosten?

Unabhängig von der Umfrage zeigen externe Daten, dass die finanziellen Belastungen von Familien nicht nur subjektiv empfunden werden: Laut einer Analyse des Vereins deutschland.de kostet ein Kind in Deutschland zwischen etwa 587 Euro im Monat bis zum sechsten Lebensjahr und rund 784 Euro monatlich im Jugendalter – das summiert sich über die ersten 18 Jahre auf über 140.000 Euro an Ausgaben für Nahrung, Kleidung, Wohnen und Freizeit. (deutschland.de )

Gesellschaftliche Debatte

Diese Wahrnehmung trifft auf eine ohnehin seit Jahren niedrige Geburtenrate in Deutschland. Die INSA-Umfrageergebnisse werden von Experten als Warnsignal für den demografischen Wandel verstanden, denn wenn potenzielle Eltern Kinder aufgrund von Kosten scheuen, könnte das die Bevölkerungsentwicklung weiter belasten. Insa-Chef Hermann Binkert bezeichnet die hohe Sorgenquote als „dramatisch“ und fordert politischen Handlungsbedarf. (wie Bild berichtet )

Credits: APA

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