Was für Desaster für Deutschlands Marine: Während von Militärs und auch von EU-Politikern ständig verbreitet wird, dass „Putin schon 2028 Westeuropa angreifen“ werde, verzögert sich der Bau der modernsten deutschen Fregatten der Klasse F126 bis nach 2030. Das Milliardenprojekt verzögert sich erheblich.
Die Einführung der neuen Fregattenklasse 126 für die Deutsche Marine verzögert sich offenbar erheblich. Wie die Kieler Nachrichten berichten, ist derzeit kein konkreter Zeitplan dafür in Sicht, wann die Schiffe tatsächlich in Dienst gestellt werden können. Zwar wurde im vergangenen Jahr mit dem Bau der ersten Einheit, der „Niedersachsen“, begonnen – ursprünglich war deren Indienststellung für 2028 geplant. Doch laut interner Einschätzungen von Projektbeteiligten gilt dieses Ziel mittlerweile als kaum erreichbar. Insider rechnen demnach frühestens im Jahr 2030 mit der Einsatzbereitschaft.
Kommunikationsprobleme
Ursache der Verzögerungen seien vor allem Koordinationsprobleme zwischen den Konstrukteuren und den beteiligten Werften. Die niederländische Werft Damen, die mit dem Bau betraut ist, arbeite mit deutschen Partnerwerften zusammen – dabei wurde vertraglich festgelegt, dass 70 Prozent der Wertschöpfung in Deutschland erfolgen muss. Dieser Anteil erweist sich laut Bericht jedoch als schwer umzusetzen: Es soll zu Sprachbarrieren, technischen Missverständnissen und Abstimmungsproblemen gekommen sein. In Branchenkreisen ist von einer Überforderung aufseiten der niederländischen Ingenieure die Rede.
Bundeswehr reagiert zurückhaltend
Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) bestätigte auf Anfrage, dass Damen eine verspätete Ablieferung des ersten Schiffs angekündigt habe. Aktuell werde gemeinsam mit allen Unterauftragnehmern an einer neuen, realistischen Projektplanung gearbeitet. Einen überarbeiteten Zeitplan nannte das Amt jedoch nicht. Die Damen-Werft in Vlissingen verwies auf die Vertraulichkeit vertraglicher Vereinbarungen.
Ursprünglich wurden vier Fregatten der 126er-Klasse bestellt. Eine Option auf zwei weitere Schiffe wurde bereits eingeräumt. Marineinspekteur Vizeadmiral Jan C. Kaack sprach sich im vergangenen Jahr deutlich dafür aus, diese Option zu nutzen. Parallel dazu laufen bereits erste Überlegungen für die nächste Fregatten-Generation F127, die künftig die Lücken in der Flotte schließen soll. „Wir müssen jetzt mit der Planung beginnen und dürfen das nicht aufschieben“, betonte Kaack. Die F127 soll von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) entwickelt werden.
Dringender Bedarf: Alte Schiffe werden notdürftig modernisiert
Die neuen Fregatten sollen die veralteten Schiffe der Brandenburg-Klasse ersetzen, die seit den 1990er-Jahren im Einsatz sind. Einige Einheiten dieser Klasse werden aktuell überholt, um deren Lebensdauer zu verlängern. Doch in der Marine wächst der Druck. Vizeadmiral Kaack brachte es unlängst auf den Punkt: „Wir werden alles brauchen, was schwimmt.“
Die neuen Mehrzweckfregatten der Klasse F126, die derzeit für die Deutsche Marine gebaut werden, gehören zu den teuersten und technologisch fortschrittlichsten Kriegsschiffen in Europa. Einzelkosten pro Schiff: rund 1,3 Milliarden Euro – darin enthalten sind Systementwicklung, Sensorik, Bewaffnung und Integration. Für die ersten vier Einheiten beläuft sich der Gesamtauftragswert auf etwa 5,3 Milliarden Euro. Eine Option auf zwei weitere Schiffe besteht.
Die F126 soll als modulare Hochseefregatte verschiedene Einsatzszenarien abdecken – von Landesverteidigung über maritime Sicherungsoperationen bis hin zu internationalen Kriseneinsätzen. Entwickelt wird sie von einem internationalen Konsortium unter Führung der niederländischen Damen-Werft, mit wesentlichen Anteilen der Thales Group und Blohm+Voss in Hamburg.
Technische Eckdaten der F126:
- Länge: 166 Meter
- Breite: 21 Meter
- Verdrängung: 10.400 Tonnen
- Höchstgeschwindigkeit: über 26 Knoten
- Reichweite: bis zu 7000 Seemeilen
- Besatzung: Standardbesatzung rund 110 Personen, erweiterbar auf 200
Die Schiffe werden mit einem CODLAG-Antriebssystem (Diesel, Elektromotoren und Gasturbine) ausgestattet, das hohe Reichweiten bei gleichzeitig niedriger Geräuschentwicklung ermöglicht – eine wichtige Eigenschaft für U-Boot-Abwehr.
Bewaffnung & Fähigkeiten:
- 127-mm-Hauptgeschütz
- Zwei RAM-Flugabwehrsysteme
- Vertical Launch System (VLS) für Mittelstreckenraketen (z. B. ESSM)
- Torpedorohre und flexible Missionsmodule
- Start- und Landeflächen für Hubschrauber und Drohnen
Besonders betont wird die Modularität der Fregatte: Auf einem speziellen Missionsdeck können zusätzliche Systeme wie Minenabwehr-Drohnen, Spezialkräfteeinheiten oder neue Waffensysteme integriert werden. Die Einsatzdauer kann dank des sogenannten Zwei-Crew-Konzepts auf bis zu 24 Monate ausgeweitet werden – mit Rotation der Mannschaften.

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