Wien – Die rot-pinke „Fortschrittskoalition“ steht unter Beschuss: Trotz großer Versprechen der NEOS kann jedes zweite Wiener Kind beim Schuleintritt kaum Deutsch. Die Zahlen sind alarmierend und werfen ein düsteres Licht auf die Bildungspolitik der letzten Jahre.
Große Worte, wenig Taten?
2020 traten die NEOS mit einem ehrgeizigen Plan an: Frühförderung, Deutsch als Schlüssel zur Integration und eine „mutige Reform des Wiener Bildungssystems“. Doch sechs Jahre später zeigt sich ein anderes Bild. Laut einem Bericht der Krone gelten 50,9 Prozent der Wiener Schulanfänger als „außerordentliche Schüler“. Übersetzt heißt das: Mehr als jedes zweite Kind versteht den Unterricht nicht.
Besonders brisant: Fast 60 Prozent dieser Kinder sind in Österreich geboren. Das Problem ist also hausgemacht und nicht auf Zuwanderung zurückzuführen, wie Exxpress berichtet.
Kindergarten als Schwachstelle
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Kindergartenjahr 2024/25 hatten mehr als 16.800 Kinder Deutschförderbedarf. Doch ein Drittel von ihnen erhielt keine gezielte Sprachförderung durch Fachkräfte. Die Vorschule wird zunehmend zur Auffangstufe, in der 82 Prozent der Kinder als „außerordentlich“ gelten. Besonders betroffen sind Bezirke wie Favoriten und Ottakring, wo in manchen Klassen nur fünf von 22 Kindern dem Lehrer folgen können.
„Was im Kindergarten versäumt wird, zeigt sich in der Schule“, so ein Experte. Die Defizite begleiten die Kinder oft ein Leben lang.
Von der Vision zur Realität
Die NEOS, die seit 2020 das Bildungsressort verantworten, stehen nun massiv in der Kritik. Während sie anfangs auf langfristige Sprachförderung setzten, änderte sich ab 2024 der Kurs. Unter dem Schlagwort „Mission Deutsch“ wurden kurzfristige Maßnahmen wie Sommerdeutschkurse und Alphabetisierungsprogramme eingeführt. Doch diese können die jahrelangen Versäumnisse im Kindergarten nicht wettmachen.
„Wer mit sechs Jahren kaum Deutsch spricht, kommt zu spät ins System“, warnt ein Bildungsexperte.
Millioneninvestitionen – aber wo bleibt der Erfolg?
Die NEOS verweisen auf ihre Erfolge: 28 Millionen Euro flossen in den Bildungsbereich, 300 zusätzliche Sprachförderkräfte wurden eingestellt, und die Sommerdeutschkurse wurden auf 5.000 Plätze pro Jahr ausgebaut. Doch beim entscheidenden Indikator – der Deutschkompetenz zum Schulstart – ist die Bilanz ernüchternd. Der Anteil der außerordentlichen Schüler stieg von 41 Prozent im Jahr 2020 auf 50,9 Prozent im Jahr 2025.
Ein düsterer Ausblick
Die Kritik an der rot-pinken Stadtregierung wächst. Die ÖVP warnt vor den dramatischen Folgen für die Zukunft Wiens. „Was hier passiert, ist ein Armutszeugnis für die Bildungspolitik“, so ein Sprecher. Die Frage bleibt: Können die NEOS das Ruder noch herumreißen, oder wird die nächste Generation die Leidtragende dieser Versäumnisse sein?
Quelle: exxpress.at
Credits: APA
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