Kopenhagen – Es ist ein Abschied, der das Stadtbild Dänemarks für immer verändern wird: Die ikonischen roten Briefkästen, die seit über 170 Jahren das Land prägten, werden abgebaut. Wie die österreichische Plattform oe24.at berichtet, hat das staatliche Postunternehmen Postnord am 30. Dezember 2025 die letzten Briefe verteilt. Damit endet eine Ära, die einst das Rückgrat der Kommunikation war.
Digitalisierung schlägt Tradition: Warum Dänemark diesen Schritt geht
Die Entscheidung kommt nicht aus dem Nichts. Laut Postnord ist die Briefmenge in Dänemark seit der Jahrtausendwende um über 90 Prozent gesunken. „Die Dänen sind immer digitaler geworden“, erklärt das Unternehmen. Tatsächlich findet der Großteil des Schriftverkehrs mit Behörden und Unternehmen längst über digitale Plattformen statt. Für viele Dänen landen im Briefkasten nur noch Werbesendungen.
Kulturerbe zum Verkauf: Briefkästen als Sammlerstücke
Die roten Briefkästen verschwinden jedoch nicht spurlos. Wie oe24.at berichtet, konnten Interessierte bereits im Dezember 2025 einen von 1.000 Briefkästen online erwerben – für Preise zwischen 200 und 270 Euro. Die Einnahmen sollen einem guten Zweck zugutekommen. Weitere 200 Exemplare, darunter von Künstlern gestaltete Kästen, werden im Januar versteigert. Einige der historischen Kästen sollen sogar in Museen ausgestellt werden.
Postnord setzt auf Pakete – Dao übernimmt Briefe
Während Postnord sich künftig auf den boomenden Online-Handel und die Paketzustellung konzentriert, übernimmt das private Unternehmen Dao die Briefzustellung. Wie oe24.at berichtet, hat Dao bereits 1.500 eigene Briefkästen in Paketshops aufgestellt. Zudem bietet das Unternehmen günstigere Preise und eine bessere Pünktlichkeit als Postnord. Ein Standardbrief kostet bei Dao rund 3,10 Euro – immer noch teuer, aber günstiger als die 3,90 Euro von Postnord.
Kritik bleibt aus – Dänemark akzeptiert den Wandel
Der große Aufschrei blieb aus. Zwar äußerten Seniorenverbände und ländliche Interessenvertretungen Bedenken, doch die Mehrheit der Dänen scheint den Schritt zu akzeptieren. „Der Brief lebt weiter“, betont Dao und verweist auf seine Pläne, den Briefmarkt nicht aufzugeben.
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