Seit 15 Jahren versucht Österreich, mit der Rot-Weiß-Rot-Karte hochqualifizierte Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern ins Land zu holen. Doch wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Chinesen diese Kategorie dominieren würden? Laut einem Bericht von oe24.at sind aktuell 2.443 Chinesen im Besitz dieser begehrten Karte – ein rasanter Anstieg, der überrascht.
Ein Blick in die Vergangenheit: Vom Nischenprodukt zum Hoffnungsträger
Die Rot-Weiß-Rot-Karte wurde eingeführt, um gezielt Fachkräfte nach Österreich zu bringen. Doch die Zahlen waren lange ernüchternd. 2020 gab es gerade einmal 4.514 Karteninhaber. Heute, fünf Jahre später, sind es 12.643 – ein deutlicher Zuwachs, aber immer noch ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man bedenkt, dass es insgesamt über 600.000 Aufenthaltstitel in Österreich gibt.
Wie oe24.at berichtet, hat sich die Zusammensetzung der Karteninhaber in den letzten Jahren stark verändert. Während Chinesen 2020 noch auf Platz neun lagen, haben sie sich mittlerweile an die Spitze katapultiert. Ein Grund dafür könnte die gezielte Ansprache von Fachkräften aus der Volksrepublik sein.
Die Konkurrenz schläft nicht: Türken und Serben dominieren andere Kategorien
Während die Rot-Weiß-Rot-Karte vor allem für hochqualifizierte Fachkräfte gedacht ist, gibt es auch die sogenannte Rot-Weiß-Rot-Karte plus. Diese bietet mehr Flexibilität und wird vor allem von Türken, Serben und Bosniern genutzt. Laut oe24.at sind über 142.000 Menschen im Besitz dieser Karte – ein Vielfaches der regulären Rot-Weiß-Rot-Karte.
Doch das ist noch nicht alles: Der „Daueraufenthalt EU“ ist mit über 350.000 Inhabern die mit Abstand beliebteste Kategorie. Hier dominieren Serben, Türken und Bosnier ebenfalls die Statistik.
Ein Blick in die Zukunft: Was bedeutet das für Österreich?
Die Zahlen zeigen, dass die Rot-Weiß-Rot-Karte zwar an Bedeutung gewinnt, aber immer noch eine Nischenrolle spielt. Experten fordern daher eine Reform, um die Karte attraktiver zu machen. Denn eines ist klar: Der Wettbewerb um die besten Köpfe wird härter, und Österreich muss sich anstrengen, um im globalen Rennen nicht den Anschluss zu verlieren.
Credits: APA
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