Mit 226 Millionen Euro an Verbindlichkeiten und 95 betroffenen Gläubigern ist die Pleite der Süba AG nicht nur finanziell schwerwiegend, sondern wirft auch grundlegende Fragen zur wirtschaftlichen Stabilität von Hallmanns Firmengeflecht auf.
Die Insolvenz reiht sich ein in eine Serie von Herausforderungen, mit denen sich das Hallmann-Imperium konfrontiert sieht – und sie beleuchtet die Risiken aggressiver Expansionsstrategien im krisenanfälligen Immobiliensektor.
Monatelang hatten Experten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sowie Juristen der Kanzlei Schönherr an einem Sanierungskonzept gearbeitet. Ziel war es, durch den Verkauf einzelner Unternehmensteile oder eine Gesamtübernahme eine Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Auch die Bank Austria, eine Tochter der UniCredit, soll als Gläubigerbank in die Gespräche eingebunden gewesen sein. Doch trotz intensiver Bemühungen blieb der Rettungsversuch erfolglos.
168 Millionen Euro Verlust für 2023
Für die Hallmann Holding bedeutet die Süba-Pleite mehr als nur ein Imageschaden. Der jüngst – mit erheblicher Verzögerung – veröffentlichte Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023 offenbart das Ausmaß der finanziellen Belastung: Nach einem respektablen Gewinn vor Steuern von 82,7 Millionen Euro im Jahr 2022 steht nun ein Verlust von 168 Millionen Euro in den Büchern.
Der Hauptgrund dafür ist das negativ zu bewertende Ausscheiden der Süba-Gruppe aus dem Konzernverbund, das alleine mit einem Abschreibungsbedarf von 87,7 Millionen Euro zu Buche schlug.
Die Entwicklung könnte weitreichende Folgen für das Vertrauen von Investoren, Banken und Geschäftspartnern haben. Denn die Süba galt über Jahre als solide Projektentwicklerin mit Schwerpunkt auf Wohnimmobilien in urbanen Lagen. Nun ist sie ein Symbol für die zunehmende Volatilität am heimischen Immobilienmarkt – und für die Risiken, denen auch gut vernetzte Unternehmer wie Hallmann nicht entgehen.
Mehr Transparenz gefordert
In Branchenkreisen wird nun spekuliert, welche weiteren Gesellschaften der Hallmann-Gruppe von finanziellen Engpässen betroffen sein könnten. Beobachter fordern mehr Transparenz in der Konzernstruktur und ein klares Sanierungskonzept, um weiteren Schaden abzuwenden.
Klemens Hallmann ist über seine Holding im internationalen Filmgeschäft wie auch im Bereich Cybersecurity unterwegs. Das Magazin News schreibt dazu: “Hallmann war nie ein besonders medienscheuer Akteur. Öffentlichkeitswirksam unterstützte er Arnold Schwarzeneggers Klima-Initiativen, ließ sich mit seiner Ehefrau, im Modelbereich tätig, auf diversen Society-Events von Wien bis Kitzbühel feiern und kultivierte das Image eines smarten Selfmademillionärs mit internationalem Touch.”
Ob Klemens Hallmann sein Immobilienimperium stabilisieren kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Klar ist bereits jetzt: Das stets präsentierte Image des Erfolgsunternehmers hat bereits massiv gelitten.
Neueste Kommentare