Brezina rechnet ab: Klare Worte zum ORF, Trump und Social-Media-Verbot

Brezina rechnet ab: Klare Worte zum ORF, Trump und Social-Media-Verbot

Er ist der erfolgreichste Kinderbuchautor im deutschsprachigen Raum nach Astrid Lindgren — und er hat einiges zu sagen. Thomas Brezina lässt in einem Video-Podcast kein gutes Haar am ORF.

Der Schmerz sitzt tief

Im krone.tv-Podcast von Medienexperte Gerald Fleischmann wird Brezina ungewohnt direkt. Ob ihn die ORF-Budgetkürzung schmerze, die zur Schließung seiner Firma geführt hat? „Ja natürlich! Das ist sehr schade“, sagt er ohne Umschweife.

Der Hintergrund ist bekannt: Im September 2025 beendete der ORF die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Brezinas Produktionsfirma KidsTV — mit der Begründung einer „inhaltlichen und budgetären Neuausrichtung“, wie der Sender in einer Aussendung erklärte. Was das in Zahlen bedeutete, berichtete heute.at: Statt der bisherigen 2,5 Millionen Euro wollte der ORF für 2026 nur noch eine Million zahlen — eine Kürzung von mehr als der Hälfte. Für Brezina war das nicht verhandelbar. KidsTV, mit zuletzt elf Mitarbeitern, musste mit Jahresende 2025 schließen.

„Ich habe sehr darunter gelitten“, sagt Brezina im Podcast — und meint damit nicht nur das ORF-Aus, sondern auch, dass er über Jahrzehnte auf sein Image als Kinderbuchautor reduziert wurde.

Smartphone, Social Media, Helikoptereltern

Auch gesellschaftspolitisch nimmt Brezina kein Blatt vor den Mund. Bei sozialen Medien sei er „absolut dagegen“, was Kinder betrifft — eine Altersgrenze von 13 oder 14 Jahren hält er für berechtigt. Auf die direkte Frage nach einem Verbot antwortet er: „Ja, ich weiß, ich mach mir damit keine Freunde.“

Gleichzeitig betont er, dass Aufklärung mindestens genauso wichtig sei wie Verbote: „Fakenews, Hass im Netz — da ist meine tiefste Überzeugung: Das müssen die Schulen zeigen, lehren und unterrichten.“

Auch Helikoptereltern, die ihre Kinder von allem fernhalten wollen, sieht Brezina kritisch: „Das sehe ich mit gemischten Gefühlen.“

Trump, Gendern und das Pendel der Geschichte

Medienexperte Fleischmann konfrontiert Brezina mit dem Phänomen der „schweigenden Mehrheit“ — jenem Gefühl vieler Menschen, von der Politik nicht mehr gehört zu werden, das Bewegungen rund um Donald Trump in den USA und ähnliche in Europa antreibe. Brezinas Antwort ist differenziert: „Das, was Sie geschildert haben, ist durchaus nachvollziehbar. Das Pendel schlägt immer in eine Seite aus, und es kommt immer eine Gegenbewegung.“

Beim Gendern hält er es pragmatisch: „Ich verwende Überbegriffe. Ich halte es für wichtig, es in seiner Ganzheit zu zeigen, aber nicht krampfhaft.“


Brezina, der mit über 70 Millionen verkauften Büchern in 35 Sprachen zu den meistgelesenen Autoren im deutschsprachigen Raum zählt, kündigt an, weiterzumachen — auch wenn der ORF-Bildschirm vorerst Geschichte ist: „Mein Erzählen geht weiter.“


Quellen: exxpress.at, krone.tv (Podcast Gerald Fleischmann), heute.at, derStandard.at, sn.at, weekend.at
Credits: Pruegl, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

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