Brandanschläge auf Premierminister Starmer: Täter (21) verhaftet

Brandanschläge auf Premierminister Starmer: Täter (21) verhaftet

Nach mehreren Bränden an Wohnadressen, die mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in Verbindung stehen, hat die britische Polizei einen 21-jährigen Mann aus der Ukraine als mutmaßlichen Feuerteufel verhaftet. Der Tatverdächtige Roman Lavrynovych, der in Sydenham im Südosten Londons lebt, wurde bereits am 13. Mai festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Wie die Metropolitan Police am Donnerstagabend mitteilte, wird Lavrynovych in drei Fällen der Brandlegung mit der Absicht, Menschenleben zu gefährden, beschuldigt. Die Taten ereigneten sich am 11. und 12. Mai und betrafen einen brennenden Pkw, ein Feuer am Eingang eines Wohnhauses sowie einen weiteren Brand in einem Wohngebiet. Mindestens eines der betroffenen Objekte steht im Besitz von Keir Starmer, der trotz seines Einzugs in die Amtswohnung in der Downing Street 10 weiterhin sein Haus im Norden Londons behält.

Ermittlungen wegen möglicher politischer Hintergründe

Wegen der Brisanz der Zielobjekte wurden die Ermittlungen von der Anti-Terror-Einheit der Met Police übernommen. Ein Sprecher der Behörde bestätigte, dass derzeit keine Hinweise auf ein größeres Netzwerk oder eine unmittelbare Bedrohung für die Öffentlichkeit vorlägen, aber die Untersuchung weiterhin mit Hochdruck laufe, berichtet POLITICO.

Bethan David, Leiterin der Anti-Terrorismusabteilung der britischen Staatsanwaltschaft (Crown Prosecution Service), mahnte zur Zurückhaltung in der öffentlichen Debatte: „Die Strafverfolgung gegen den Angeklagten ist nun aktiv. Es ist entscheidend, dass keine Kommentare, Berichte oder Beiträge online verbreitet werden, die das Recht auf ein faires Verfahren gefährden könnten.“

Lavrynovych soll am Freitag, dem 16. Mai, dem Westminster Magistrates’ Court vorgeführt werden. Die Anklagepunkte wiegen schwer und könnten im Falle einer Verurteilung zu einer langjährigen Freiheitsstrafe führen.

Die Anschlagsserie hat eine breite Debatte über die Sicherheit von Politikern im Vereinigten Königreich ausgelöst. Obwohl die britische Öffentlichkeit in der Vergangenheit immer wieder Debatten über die Sicherheit hochrangiger Politiker geführt hat – insbesondere nach den tödlichen Angriffen auf Abgeordnete wie Jo Cox (2016) und David Amess (2021) – zeigt dieser Fall erneut, wie verletzlich selbst ranghöchste Regierungsmitglieder sein können.

Politiker aller Parteien äußerten sich betroffen. Premierminister Starmer selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert, doch aus Regierungskreisen hieß es, dass die Sicherheitsmaßnahmen für ihn und seine Familie verstärkt wurden.

Der Vorfall hat auch international Aufmerksamkeit erregt, nicht zuletzt wegen der Nationalität des Verdächtigen. Die ukrainische Botschaft in London erklärte auf Anfrage, man werde mit den britischen Behörden kooperieren, sobald nähere Informationen vorliegen.

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