Benko-Krimi in Italien: Richter spielt nicht mit

Benko-Krimi in Italien: Richter spielt nicht mit

Die Luft für René Benko wird wieder dünner. Während es kurz so aussah, als könnte der Signa-Gründer in Italien aufatmen, grätscht nun ein Richter dazwischen. Statt einer schnellen Einstellung des Verfahrens müssen die Anwälte erneut antreten.

Es sah nach einem Etappensieg für den gefallenen Immobilien-Tycoon aus, doch jetzt heißt es wieder zittern. Die italienische Justiz lässt René Benko noch nicht vom Haken. Wie oe24 berichtet, hat der zuständige Untersuchungsrichter Enrico Borrelli den Antrag der Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen einzustellen, vorerst nicht einfach durchgewinkt.

Entscheidung vertagt

Eigentlich wollten die Staatsanwälte in Trient einen Schlussstrich unter den wohl schwerwiegendsten Vorwurf ziehen: die Bildung einer kriminellen Vereinigung. Doch der Richter machte dem einen Strich durch die Rechnung. Statt das Verfahren, wie von der Anklagebehörde beantragt, zu den Akten zu legen, beraumte Borrelli laut Rai News eine neue Verhandlung an.

Am 5. Februar müssen Verteidiger und Staatsanwalt erneut antreten – hinter verschlossenen Türen. Erst danach will der Richter entscheiden, ob die Akte Benko in diesem Punkt wirklich geschlossen wird.

Mafia-Vorwurf wackelt, ist aber noch nicht vom Tisch

Der ursprüngliche Verdacht wog schwer: Die Ermittler hatten Benko verdächtigt, Kopf einer „mafiaähnlichen kriminellen Vereinigung“ zu sein, wie auch die Krone in ihrer Berichterstattung festhielt. Ziel dieser Gruppe soll es gewesen sein, durch unlautere Methoden an Baugenehmigungen und Konzessionen zu kommen.

Die Staatsanwaltschaft selbst war zuletzt zu dem Schluss gekommen, dass sich dieser harte Mafia-Verdacht nicht erhärten lässt, und wollte diesen Teil der Ermittlungen fallen lassen. Dass der Richter nun noch einmal eine Anhörung ansetzt, sorgt für Nervosität. Benkos Anwalt Norbert Wess versuchte gegenüber der APA zu beruhigen: Es sei bei einem derart prominenten Fall „überhaupt nicht ungewöhnlich“, dass der Richter noch eine kurze Anhörung anberaume, bevor er dem Antrag auf Einstellung folge.

Quelle: oe24.at, Rai News, Krone, APA

Credits: APA

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