Belastende Chats: Befeuerte SPÖ-NÖ-Chef Sven Hergovich die Attacken auf Andreas Babler?

Belastende Chats: Befeuerte SPÖ-NÖ-Chef Sven Hergovich die Attacken auf Andreas Babler?

Der Druck auf den Landesparteivorsitzenden der SPÖ Niederösterreich, Sven Hergovich, bleibt hoch. Konnte er einen Zweikampf um die Parteiführung zuletzt abwenden, droht nun neues Ungemach. Chatnachrichten legen nahe, dass Hergovich in der Debatte um Bundesparteichef Andreas Babler immer wieder Öl ins Feuer goss.

Ob Sven Hergovich beim Landesparteitag der SPÖ Niederösterreich am 30. Mai eine Kampfabstimmung überstanden hätte, ist unklar. Parteikenner schrieben Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig „gute bis sehr gute Chancen zu“, nachdem diese angekündigt hatte, sich um den Parteivorsitz bewerben zu wollen. Ihr gehe es darum, die Partei „in eine ruhige, geschlossene und lösungsorientierte Richtung weiterzuentwickeln“ und darum, „die Sozialdemokratie im Land zu stabilisieren“, schrieb die 60-Jährige damals in einer E-Mail an die Mitglieder des niederösterreichischen Landesparteivorstandes.

Kampfansage nach monatelangem Brodeln

Weiters rechtfertigte Königsberger-Ludwig ihre Kandidatur damit, dass es in Gesprächen deutlich geworden sei, „dass es in Teilen der Partei den Wunsch nach personellen Veränderungen gibt.“ Ein Wunsch, den es offenbar aber nicht nur in Niederösterreich gibt. Wie Chats, die „exxtra24.at“ vorliegen, vermuten lassen, dürfte Hergovich vor dem Bundesparteitag am 7. März 2026 massiv gegen Andreas Babler gewettert haben. Viele seiner Aussagen flossen anonymisiert in Medienberichte ein, weshalb die Kandidatur von Ulrike Königsberger-Ludwig auch als Machtdemonstration des Bundesparteivorsitzenden und Vizekanzlers gesehen wurde. „Wer sich gegen die Parteilinie stellt, muss mit Konsequenzen rechnen“, hieß es unter vorgehaltener Hand.

Gegenüber Ulrike Königsberger-Ludwig zog Hergovich schon einmal den Kürzeren: Während sich seine Hoffnungen, in der Dreier-Koalition von ÖVP, SPÖ und NEOS Infrastrukturminister zu werden, in Luft auflösten, wechselte Königsberger-Ludwig aus der niederösterreichischen Landesregierung direkt in die Bundesregierung. Dieses Mal – zumindest vorerst – konnte Hergovich seine Kontrahentin einfangen und davon abbringen, am 30. Mai in Vösendorf gegen ihn zu kandidiere, doch die Lage bleibt ernst. „Es sieht danach aus, als hätte er vergessen, wem er was gesagt oder geschrieben hat. Das ist zirka so, wie wenn jemand ‚House of Cards‘ spielt, aber seine eigenen Karten nicht mehr kennt“, sagt ein langjähriger Kenner der SPÖ.

Droht das „Schnabl-Schicksal“?

Aber auch sonst hält die Kritik an Hergovich an: Teile der Partei werfen ihm vor, sich zu sehr mit seiner eigenen Positionierung zu beschäftigen, anstatt die Partei programmatisch voranzutreiben. Außerdem gebe es kaum eine Gesprächsbasis zur mächtigen niederösterreichischen ÖVP. Droht dem SPÖ-Landeschef damit dasselbe Schicksal wie seinem Vorgänger Franz Schnabl? „Dieser ist letztlich an seinem übersteigerten Machtgehabe und mangelnder Bodenhaftung gescheitert“, sagt ein ehemaliger SPÖ-Abgeordneter im Gespräch mit „exxtra24“.

Credits: APA

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