Balkanmafia schmuggelt tonnenweise Drogen nach Wien

Balkanmafia schmuggelt tonnenweise Drogen nach Wien

Wien gerät erneut ins Visier eines großen Drogen-Skandals. Wie das Bundeskriminalamt bestätigt, hat ein europaweit operierendes Drogennetzwerk, das der Balkanmafia zugerechnet wird, über ein Jahr lang Marihuana im großen Stil nach Österreich geschmuggelt. Dabei wurden rund 1,5 Tonnen Cannabisprodukte aus Nordafrika und Spanien über Frankreich und Italien bis nach Wien transportiert – und das teilweise im Wochenrhythmus, wie oe24.at berichtet.

40 Männer, elf Festnahmen – das Netzwerk hinter dem Schmuggel

Die eigens eingerichtete Arbeitsgruppe „Sahara“ des Bundeskriminalamts konnte seit Dezember 2024 elf Verdächtige festnehmen. Laut Jürgen Jevsnikar, Leiter der Abteilung „Organisierte Kriminalität“, handelt es sich um ein Netzwerk aus rund 40 Männern aus Serbien, Bosnien, Slowenien und Österreich, das europaweit aktiv war und die Lieferungen nach Wien orchestrierte, wie Die Presse berichtet.

Das Vorgehen ist nach Mafia-Manier minutiös geplant: In Slowenien werden Lkws für die Fahrt nach Spanien organisiert, in Barcelona werden sie mit Drogen beladen, um dann über Frankreich und Italien nach Österreich transportiert zu werden. Das Ziel ist Wien, wo die Drogen in kleinere Fahrzeuge umgeladen und in sogenannten Bunkerwohnungen verteilt werden, erklärt Die Presse und bestätigt auch die Kleine Zeitung.

Aktion „Scirocco“ stört die Lieferkette

Die Polizei konnte bisher 13 Lieferungen nachweisen, geht aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Immer wieder kam es zu Unterbrechungen, wenn europaweite Operationen wie die von Frankreich koordinierte Aktion „Scirocco“ Lkws und Fahrer stoppte. Diese Einsätze führten zur Sicherstellung von 259 Kilogramm Cannabis, darunter 95 Kilogramm Harz und 110 Kilogramm Blüten, wie Kleine Zeitung und Die Presse berichten.

Indoor-Plantagen in Niederösterreich und Burgenland – ein Verdächtiger in Österreich aktiv

Neben den eingeschmuggelten Drogen stellten die Ermittler auch 60.000 Euro Bargeld, einen Lkw mit slowenischem Kennzeichen sowie Schuss- und Stichwaffen sicher. Besonders brisant: Ein Verdächtiger soll in Niederösterreich und dem Burgenland Indoor-Cannabis-Plantagen betrieben haben. Die Polizei entdeckte das dank Handyortung und monatelanger Observation, wie oe24.at berichtet.

Balkanmafia dominiert den Drogenhandel in Österreich

Die Ermittlungen fügen sich in ein größeres Bild ein: Die Balkanmafia gilt als die dominierende Kraft im organisierten Drogenhandel in Österreich. Wie MeinBezirk.at beschreibt, sind mehrere Netzwerke aktiv, die jährlich mehrere Tonnen Drogen, darunter Kokain und Cannabis, einschleusen und verteilen. Der Wiener Mafia-Prozess rund um den sogenannten „Dexter“ zeigt zudem, wie brutal die kriminellen Clans vorgehen – mit Mord und Folter, so berichtet Heute.at.

Fazit

Die Polizei, allen voran die Arbeitsgruppe „Sahara“, führt einen intensiven Kampf gegen die Balkanmafia und ihren Drogenhandel in Wien. Doch die tiefen Verflechtungen in Europa und die ausgeklügelte Logistik machen den Behörden das Leben schwer. Die Sicherstellung von Hunderten Kilos Drogen und die Festnahmen sind ein wichtiger Schritt, doch der Kampf ist längst nicht vorbei.

Credits: APA

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